Wechselspiel

„Holt die Wäsche rein, die Zigeuner kommen“, so lautet der Titel eines Dokumentarfilmes, den die Absolventin der Sozial- und Medienpädagogik Corinna Schappert im Rahmen ihres Abschlusses zusätzlich zu ihrer Bachelorarbeit selbst recherchiert, gedreht und fertig gestellt hat.

„Holt die Wäsche rein, die Zigeuner kommen“ – ein Warnruf aus alten Zeiten? Der Film startet mit einer Umfrage, die Corinna Schappert in den Straßen Düsseldorfs zum Thema „Roma“ gemacht hat. Das Fazit daraus ist klar und erschreckend. Viel hat sich in den Köpfen nicht geändert.

Holt die Wäsche rein, die Zigeuner kommen - ein Film von Corinna Schappert

Holt die Wäsche rein, die Zigeuner kommen - ein Dokumentarfilm von Corinna Schappert

Wir lernen die 23-jährige Romni kennen. Sie floh mit ihrer Familie vor dem Elend in Rumänien nach Deutschland, um hier ein besseres Leben zu finden. Der 61-Jährige Resad Asiki, kam in den 1970er Jahren als „Gastarbeiter“ aus dem Kosovo nach Deutschland und versucht seither hier ein normales Leben zu führen. Merima Idic hingegen ist sogar in Düsseldorf geboren, spricht akzentlos deutsch, hat aber keinen deutschen Pass. Mit ihren 19 Jahren macht sie die gleichen Erfahrungen, wie die anderen beiden, die sich zur Völkergruppe der Roma zählen. Häufig begegnen ihnen andere Menschen mit Vorurteilen, Ablehnung, Diskriminierung, manchmal sogar Hass und Hetze. Klar, dass die drei sich dadurch entsprechend anders und ebenfalls mit Vorbehalten gegenüber denen, die ihnen so begegnen, verhalten. Ein Teufelskreis, oder netter ausgedrückt: Ein Wechselspiel, aus dem es kaum einen Ausweg gibt, außer ein Vorurteilsloses aufeinander zu gehen. Aber wer macht den ersten Schritt?!

Corinne Schappert, war selbst überrascht, wie sie in den Familien aufgenommen wurde und wie viel Hilfe sie erhalten hat, um eine ehrliche Momentaufnahme im Leben der drei zu realisieren. Die Kontakte konnte sie durch ihre Arbeit in einer Kinder- und Jugendeinrichtung knüpfen.

Ihr Film will nicht nur die Misere der drei Protagonisten beleuchtet, sondern auch eine Diskussion über Migration, aktuelle Ausländerpolitik und den offenen und versteckten Alltagsrassismus anregen.

Derzeit ist der Film in ausgewählten Düsseldorfer Kinos zu sehen.

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