Wasser in Blumen wandeln

Unter dem Motto „Koblenz verwandelt“ findet in diesem Jahr im derzeit überfluteten Koblenz die Bundesgartenschau 2011 statt. Des einen Freud, des anderen Leid…

Hochwasser in Koblenz gefährdet Bundesgartenschau

Bis 15. April haben die Koblenzer noch Zeit, Rhein und Mosel wieder in ihre Bahnen zu lenken und Stadt und Ufer aufzupolieren, denn dann startet die Bundesgartenschau. Bis zum 16. Oktober 2011 könnt Ihr den Wandel nachvollziehen.

Das Hochwasser sorgt für Schrecken in Koblenz – der Stadt, die ja bekanntlich die Einzige an Rhein und Mosel ist. Biede Flüsse sind weit über ihre Ufer getreten und haben nach vielen Jahren der Ruhe, die Altstadt und Teile des Gartenschau-Areals überflutet. Die bereits gesetzten Blumenzwiebeln könnten kaputt gehen.

Die Schäden auf dem angehenden BUGA-Gelände liegen derzeit im sechsstelligen Bereich. Da aber keiner weiß, wie viel Schlamm unter dem Wasser auf die Flächen gespült wurde, müssen die Koblenzer erstmal warten, bis das Wasser wieder weg ist. Dann ist auch klar, ob die bereits gesetzten Blumenzwiebeln beschädigt sind, die bisherigen Arbeiten und baulichen Maßnahmen umsonst waren, oder nicht. Ein riesiger Putztrupp wird in jedem Fall anrücken müssen. Ein Notfallplan für die Aufräumarbeiten ist bereits in Arbeit.

Glücklicherweise blieben die Kernbereiche rund um Schloss und Festung weitestgehend unversehrt. Getreu dem – fast prophetischen – Motto der Bundesgartenschau „Koblenz verwandelt“ ist es nun eine noch größere Herausforderung Wasser und Schlamm in Blumen und Gartenkunst zu wandeln.

Große Freude hatten einige Koblenzer Schüler, denn wegen des Hochwassers konnte kein normaler Unterricht stattfinden. Bangen hingegen müssen Kunstlehrerin Silvia Herzer und ihre Schüler aus der Clemens-Brentano-Realschule und zwar nicht wegen ihrer herausragenden Wandgestaltung im ersten Stock der Schule, nein. Sie hatten für die Bundesgartenschau im Rahmen zweier Workshops am Spielhaus am Moselufer einen Teil des Spielplatzes mit Tritt- und Sitzsteinen als „Inseln“ in der Wasserfläche gestaltet. Richtige Kunstwerke sind dabei entstanden. Der Spielplatz ist zwar als Wasserspielplatz gedacht, aber natürlich keinesfalls für solche Wassermassen. Nun heißt es auch für Frau Herzer und ihre jungen Gestalter: Abwarten, bis das Wasser weg ist und dann schauen, wie es aussieht. Sicher stehen ihnen ihre Kooperationspartner Kann Beton und das Planungsbüro Dreiseitl zur Seite und vielleicht sogar ja auch ein paar Mitschüler.

Fazit: Es ist nicht immer schön, die einzige Stadt an Rhein und Mosel zu sein, in ihr zu leben und sie zu gestalten…
TS

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