Vom Wert der Musik als Kunst

Seit Jahren kämpfen Musiker und Musikindustrie gegen hohe Verluste wegen Raubkopien, illegalen free downloads oder kostenloses Musikstreaming und zu hohen ITunes-Gebühren und die Clubs kämpfen gegen Gemagebühren, die zu hoch geworden sind. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Einerseits möchten wir uns alle mit guter Musik umgeben, andererseits schmerzt es uns, zu viel Kohle dafür auszugeben. Speichern wir die erworbene Musik auf einem Gerät und ginge dies kaputt, ist es aus. CD’s halten nicht ewig und selten schleppen wir einen CD-Player mit uns herum, Platten können wir meist nicht mehr abspielen – wie das halt so ist. Wohin also mit der mp3-Mucke? Und welchen Wert hat eigentlich gute Musik? Wie viel würdest du dafür zahlen, dich mit ihr zu umgeben? Und ist Musik nicht auch Kunst? Und sind Musiker nicht auch Künstler, die ein Werk erschaffen? Konsumieren wir Musik nicht ebenso genussvoll, wie Gemälde, Fotografien, Skulpturen und so?

wutangZwei, der Gründer des legendären WuTangClan, RZA, GZA – Wir erinnern uns, Ol’ Dirty Bastard starb 2004 – haben sich gemeinsam mit einigen aus der alten Posse, wie Method Man, Ghostface Killah, Inspectah Deck, U-God, Raekwon, und Masta Killa, anscheinend Gedanken und den Wert der Musik als Kunst gemacht. Sie arbeiten seit zwei Jahren an einem Album, das angeblich den Titel „Once Upon A Time In Shaolin“ tragen solle und nur ein einziges Mal gegen einen Preis in Millionenhöhe verkauft werden soll. Mit Ihrer Idee haben sie – nach Jahren der Abstinenz aus dem Frontbusiness – auch eine ziemlich krasse Marketing-Maschine angeschmissen. Vielleicht wird diese einzige Platte versteigert, um noch ein heftiges Event daraus zu machen.

Ist das der richtige Weg, um uns dazu zu bringen über den Wert der Musik als Kunst zu diskutieren? Und soll Kunst nicht allen zugänglich sein?

Was ist, wenn es ein Millionär kauft, der diese Platte nur im Kreise seinesgleichen rezipiert? Was ist mit der Botschaft der Musik – wird sie diesen kleinen Kreis Auserwählter erreichen? Kauft er die Exclusivrechte an den Tracks? Geben die Jungs auch ihre Urheberrechte ab? Wie soll das gehen?

Was ist, wenn es ein Musikverlag kauft und die Tracks dann ganz normal wie andere Tracks zum Download verkauft? Ist das dann im Sinne des WuTangClan? Ist ihr Plan, dass wir uns um den Wert der Musik als Kunst Gedanken machen, dann aufgegangen? Wohl eher nicht…

Was ist, wenn es ein Clubbesitzer kauft und sich die Kosten wieder reinholt, indem er ein Event daraus macht, die Platte durchzuspielen. Was kostet dann so eine Eintrittskarte? Wer geht dahin? Kommen wir rein?

Letzteres wäre wohl insofern wünschenswert, als dass es eben einer Art Ausstellung eines Kunstwerkes in einer Galerie oder in einem Museum ähnelt und im Sinne der gleichen Teilhabe wohl am besten wäre.

Bei allem ist jedoch die Frage, wie groß das Interesse an der neuen Platte des WuTangClan ist. Sind es „nur“ die Oldschooler, die WuTang als Initialzündung für ihre eigene HipHop Karriere nennen, sind es alle, für die HipHop die Bestimmung ist, die wissen, dass es um Soul geht, um Liebe, um Leidenschaft, um Politik, um die Botschaft und den Beat?!

Wir werden sehen!

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