Übernachten auf Korsika

Schönster Zelltplatz auf dem Campingplatz Bodri, direkt am Meer: Bild: Tina Seyffert

Wie schon im vorherigen Teil zur Reiseart und Reisezeitunseres Berichtes über Korsika erwähnt, ist es sehr lohnenswert unabhängig zu sein und einfach sein Campingequipment einzupacken. So kann man sich treiben lassen und einfach dort sein Zelt aufschlagen, wo man sich wohl fühlt.

Die Westküste von Korsika. Wild und rauh. Bild: Tobias Volke

Auf Korsika gibt es nicht nur für jeden etwas zu erleben, sondern auch für alle Geschmäcker die richtige Unterkunft. Nur auf riesige Hotelkomplexe, die sich wie Türme oder Mauern an den Küsten erheben, verzichten die Korsen – zu Recht wie wir finden.

Zu unseren Favoriten zählen eindeutig unser Zelt auf einem Campingplatz direkt am Meer mit traumhaftem Hängemattenplatz, ein Bungalow direkt am Meer oder eine kuschelige Ferienwohnung in einer kleinen Küstenstadt. Große Hotelkomplexe, gar- mit Voll- oder Halbpension sind nicht unser Ding.

Wir haben unser Zelt nahe Île Rousse auf dem Campingplatz Bodri, direkt am Meer und mit Küstenbahnhaltestelle aufgeschlagen. Da wir nur fiese Erdhaken dabei hatten und ewig brauchten, um sie zur Befestigung unseres Zeltes in den Boden zu klopfen, haben wir uns entschieden diesen Platz zu unserem Basislager zu machen und Tagestouren zu unternehmen. In unseren Augen hatten wir den schönsten Platz der Welt für unser Zelt und die gemütliche Hängematte im Schatten der Bäume mit Blick aufs Meer und den Sandstrand in 100 Metern Entfernung – nur getrennt durch die Trasse der kleinen, schönen Inselbahn, die zwischen Calvi und Île Rousse pendelt und auf im Camp einen kurzen Halt einlegt.

Camping Bodri verfügt über Plätze für Caravans, Zelte und ein Bungalowdorf. Es gibt einen kleinen Supermarkt, eine Bar mit Internetcafé und eine Pizzeria. Die Sanitären Anlagen sind absolut OK. Man kann einen Kühlschrank mieten und auch Waschmaschinen sind vorhanden. Einmal in der Woche steigt eine kleine Party in Pizzeria und Bar und ab und zu machen sie einen Open Air Kinoabend. Das kann man erleben, muss man aber nicht. Natürlich gibt es auch eine nette und gemütliche Strandbar.

Strandbar am Camp Bodri, Bild: Tobias Volke

Strandbar am Camp Bodri, Bild: Tobias Volke

Unweit des Camp, an der Straße in Richtung Île Rousse gibt es einen großen französischen Supermarkt, in dem Ihr nahezu alles bekommt, was das Herz begehrt. Da die Jungs im Internetcafé nicht immer einen Plan haben, warum ihr Router schon wieder ausgefallen ist, empfiehlt es sich im kleinen Telefonshop in Calvi eine Prepaid-Karte zum Surfen zu kaufen und einfach einen Stick anzuschließen.

Wenn es Euch dort nicht hält, scheut Euch nicht weiter zu ziehen. Campingplätze gibt es überall. Auf dem Weg von Île Rousse nach Calvi gibt es allein etwa 10 Stück, manche direkt am Meer, manche etwas weiter oben, manche in den Ausläufern der Städte und manche mittendrin. Von den Preisen her sind sich die Campingplätze relativ ähnlich, aber ein Vergleich kann sich auszahlen – je  nachdem welche Prioritäten Ihr habt. Pro Tag kostet ein Zelt etwa 5 Euro, pro Person etwa 7 Euro, habt Ihr das Auto am Platz, kostet es auch etwa 5 Euro, Strom kostet pro Tag etwa 5 Euro, und der Kühlschrank etwa 2 Euro.

Sollte das Zelt gar nicht Euer Ding ist, so könnt Ihr trotzdem die Vorzüge des Camps nutzen. Viele Campingplätze bieten Bungalows als Alternative zum Reisen mit dem Zelt oder Caravan an. Ein Bungalow für zwei bis vier Personen kostet zwischen 400 und 800 Euro pro Woche – je nach Reisezeit. Den müsst Ihr allerdings frühzeitig von zu Hause aus buchen, denn in der Hochsaison sind selten welche für mehrere Tage frei.

Wer einen Bulli oder einen Caravan hat, zieht natürlich damit los und genießt alle Vorzüge des unabhängigen Reisens, muss nicht zwangsläufig ein Camp ansteuern, sondern kann auch mal einfach in einer Bucht bleiben, die gefällt. Ankommen heißt dann nicht gleich Aufbauen und Einräumen, sondern ausruhen und die Seele baumeln lassen. Das ist natürlich zauberhaft. Nachteil dieses Luxus ist, dass man sich ordentliche Adrenalinkicks auf den wilden Küstenstraßen holen kann. Sie sind für große, lange und breite Mobile und Anhänger zu eng und auch sehr gefährlich – wie ein Österreicher bewies: Sein Anhänger hing mit der Hinterachse über den Klippen. Hätte er nicht blitzschnell die Handbremse gezogen, wäre der Wohnanhänger mitsamt seinem Auto wahrscheinlich etwa 100 Meter die Klippen hinab ins Meer gestürzt. Nun stand er da, gesichert von einem freundlichen Franzosen der den Österreicher an den Haken genommen hatte und starrte verzweifelt auf die Misere. Wir konnten ihm nicht helfen. Langsam zirkelten wir an der Szene vorbei. Erst eine Stunde später begegnete uns ein Abschleppwagen und wir mussten auf den Fels fahren, damit er an uns vorbeikam und seine Mission erfüllen konnte.

Häuser bei San Antonino, Bild: Tobias Volke

In und um die Städte und Dörfer auf Korsika werden zahlreiche große und kleine, spartanische, normale und luxuriöse Ferienwohnung und –Häuser vermietet. Wer hier das Passende für sich findet, sollte darauf achten, wie die Lage ist. Zumeist gibt es in der Nähe kleine, einsame buchten und Strände, aber ihr solltet einen kleinen Fußmarsch in jedem Fall in Kauf nehmen. Es lohnt sich. Auch was eine solche Unterkunft betrifft, empfehlen wir Euch, schon von zu Hause aus etwas Passendes herauszusuchen und es frühzeitig zu buchen.

Hotels und Pensionen sind in und um die Städte zu finden. Auch hier wäre sicherlich etwas für Euch dabei. Allerdings solltet Ihr Euch auf die vollen Stadtstrände einstellen. Bastia, Île Rousse, wie auch Calvi oder Galería haben wunderschöne Sandstrände und das finden auch viele andere Urlauber, deshalb ist immer einiges los. Die Assoziation der Sardine im Öl ist im August an den Stadtstränden berechtigt. Das Angebot an Zeitvertreib auf dem Wasser ist hier riesig.

An der beliebten Strandpromenade von Île Rousse, Korsika, Bild: Tina Seyffert

An der beliebten Strandpromenade von Île Rousse, Korsika, Bild: Tina Seyffert

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