Türkisch für Anfänger

wird jetzt bald im Kino laufen und die Fangemeinde hofft trotzdem weiterhin auf Staffel vier, hätte doch Bora Dağtekin noch einiges zu den Schneider-Öztürks zu erzählen…

Türkisch für Anfänger – Die Serie
Die ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“ lief von 2006 bis 2008 in der ARD, bekam 2006 den deutschen Fernsehpreis als Beste Serie, 2007 den Grimme- und den Civis-Fernsehpreis und einige andere Auszeichnungen. Anfang 2012 wird nun ein gleichnamiger Film in die Kinos kommen.

Im Jahr 2006 startete die Serie mit der komplizierten und zickigen Schülerin Lena (Josefine Preuß), ihrem unscheinbaren, aber schlauen Bruder Nils (Emil Reinke) und ihrer Mutter Doris (Anna Stieblich), einer emanzipierten Psychotherapeutin. Doris und der Alleinerziehende, verwitwete Vater zweier Kinder und Kriminalkommissar, Metin (Adnan Maral) hatten sich im Supermarkt kennen gelernt und führten bereits ein Jahr lang eine glückliche Beziehung. Jetzt beschlossen sie zusammenzuziehen. Das teilten sie ihren Kindern bei einem Abendessen mit. Ebenso geschockt wie Lena und ihr Bruder Nils, waren Metins Kinder Cem (Elyas M’Barek) der Obermacho und Proll und seine sehr gläubige Schwester Yağmur (Pegah Ferydoni).
Das Abenteuer der deutsch-türkischen Patchwork-Familie Schneider-Öztürk beginnt. Die vier ziehen zusammen und wir dürfen dem Experiment „Ökosystem Familie“ beiwohnen. Da treffen Welten aufeinander! Und das ist gut so, denn die Thematik trifft den Zahn der Zeit. „Mas Integracion“!

Das „Öko-System“ Familie
Zu der üblichen Patchwork-Problematik – Erziehung, Verlust des einen Elternteils und Anerkennung des neuen Partners der Mutter oder des Vaters, der Kampf mit den neuen Geschwistern, wie auch unterschiedliche familiäre Lebensarten – kommen in „Türkisch für Anfänger auch noch kulturelle und religiöse Unterschiede, die überspitzt dargestellt werden. Das muss sein, sonst ist ja nichts los!

Krieg und Fieden, Hass und Liebe, Religion und Welt
Frech, witzig und oft politisch unkorrekt ziehen die Schneider-Öztürks junge, wie ältere Zuschauer aus allen möglichen sozialen Gefügen vor die Glotze. Vom Oberassi mit krimineller Energie bis zum „braven“ und intellektuellen Musterbürger, waren alle von den drei Staffeln gefesselt. Mit Staffel eins startete die Serie richtig gut und spannend, hatte dann in Staffel 2 einen kleinen Einbruch und mit Staffel drei ging es wieder ziemlich rund. Der Grund liegt vielleicht vor allem in der Geschichte von Cem und Lena. Wir haben mit ihnen gelitten, gestritten, gebangt und gehofft, wann und wie sie endlich kapieren, dass sie zusammengehören und sich lieben. Die Stiefgeschwister schlichen nämlich schon seit der ersten Staffel umeinander, wie die Katze um den heißen Brei und wir sind mit dabei.
Wir verzweifeln über Cems unsichere Art, sehen zu, wie er sich einen Proll-Panzer mauert, um dahinter seine Sensibilität zu verstecken. Und wir sind ein kleinwenig genervt von Lenas Ideen und Sprüchen. Aber zu lachen, haben wir allemal.

Yağmur, die ihre Religion manchmal zu ernst nimmt, möchten wir gerne schütteln und zu ihrem eigenen Glück beinahe zwingen. Wir dürfen miterleben, wie sie einen guten Mittelweg zwischen den extremen Ansichten von Doris und Lena, zum Thema „Emanzipation“ und der Religion ihrer Mutter Melek findet. Melek war gestorben und der Islam Yağmurs einzige Verbindung zu ihr im alltäglichen Leben. Das Leben der Religion, ihre Art der Trauerbewältigung. Welch ein Glück, dass Costa sie so liebt, wie sie ist. Zu oft möchten wir gerne seine Sätze vollenden oder hoffen, er singt, was er sagt.

Bora Dağtekin und der Film
Woher das alles kommt? Nun, der Hauptautor der Serie Bora Dağtekin ist Experte auf diesem Gebiet. Auch er ist in einem deutsch-türkischen Haushalt groß geworden und einige Geschichten haben ihre Wurzeln sicherlich im eigenen Elternhaus. Natürlich ist Bora Dağtekin auch Autor und Regisseur des Kinofilms der von April bis Juli gedreht wurde und Anfang 2012 zu sehen sein wird. Und auch hier können wir mit dem „Türkisch für Anfänger“ eigenen Witz und flotten Sprüchen rechnen, denn der Film knüpft zwar nicht an die Story der Serie an, hat aber die gleiche Thematik und natürlich die gleichen Hauptdarsteller. Wir können also gespannt sein, was Lena, Cem, Yağmur, Costa, Metin und Doris erwartet. Die Bande strandet auf einer einsamen Insel und da wird sicher einiges los sein. Die Familie, eine Insel mit ganz eigenem Öko-System!

Türkisch für Anfänger – Aller guten Dinge sind mindestens 4
Worauf die Fangemeinde von „türkisch für Anfänger“, wie auch von „Doctors Diary“ – für die sich Bora Dağtekin auch verantwortlich zeichnet – immer noch sehnlichst warten muss, ist Staffel vier.
Dabei gäbe es doch bei „Türkisch für Anfänger“ einiges wunderbar weiter zu erzählen und es schwebt die Frage im Raum, wie die vierte Generation mit dieser verrückten Familienkonstellation in diesem, unserem Land, umgeht und wie Cem und Lena das Ganze meistern. Zur bekannten Problematik stößt dann der Alltag junger Eltern, über den es auch unbedingt einiges zu erzählen geben muss. Natürlich hoffen alle auf eine deutsch-türkisch-griechische „Traumhochzeit“, die die „Verbrüderung der beiden verfeindeten Staaten auf neutralem Boden“ andeutet. Und bitte, was wird aus Diana, der Schwester von Doris? Da gab es ja in Folge 52 noch eine Andeutung! Die hat es ja schließlich auch nicht einfach die Gute.

Aller guten Dinge sind mindestens vier!

(550 Posts)

4 thoughts on “Türkisch für Anfänger

  1. Toby

    Freu mich schon auf den Kinofilm, wenn der nur halb so gut wird wie die Serie, dann wird er der Hammer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.