Täglich frisch!

Die Münchner Großmarkthalle wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Aber das allein ist nicht Grund genug ihr bis 15. Juli eine sehenswerte Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zu widmen!

In den vergangenen Jahren standen das 31 Hektar große Gelände und die Hallen des Großmarktes München immer wieder zur Debatte. Man überlegte die Institution aus dem Stadtviertel Sendling an den Stadtrand zu verlagern und völlig neu, angepasst an die heutigen technischen Möglichkeiten und Logistik, aufzubauen. Nach derzeitiger Planung bleibt sie aber an ihrem bisherigen Standort und viele Bürger freut das. Im Jahr 2010 beschäftigten sich sogar Diplomanden des Fachbereichs Architektur der TU München mit einem Neubau auf dem Gelände. Einige der Gebäude sind schützend und erhaltenswert, einige können zugunsten einer neuen, zukunftsweisenden Halle weichen, ohne dabei ihren Charakter zu verlieren. Eventuell wären Teile dieses Neubaus, dann auch für die Münchner Bürger offen. Das wären spannende Aussichten.

Märkte haben in München große Tradition, so startet auch die Ausstellung als Reise in die Geschichte Münchens um 1900 mit Stadt- und Marktansichten. Schranne, Viktualienmarkt, Kornmarkt und viele mehr. Ergänzt werden die Bilder, durch ein großes Gemälde und Großmarktexponate. Sogar kleine Marktstände sind zu sehen. Auf Tafeln können wir die damaligen Obst- und Gemüsepreise zur Maßeinheit des Pfundes lesen.

In einem „Raum im Raum“ lernen wir mehr über die Architektur und Infrastruktur des ursprünglichen und ausgebauten Geländes. An den Wänden können wir Nachrichten, Skandale und Errungenschaften rund um die Münchner Großmarkthalle verfolgen. Film- und Fernsehbeiträge zur Großmarkthalle laufen auf kleinen Monitoren und im Ausstellungskino.
Einmal um die Ecke, kommt es uns vor, als Stünden wir mitten in der Halle. Obst- und Gemüsekisten stapeln sich, Quittungsblöcke, Kassen, der umtriebige Sound, erinnert an das hektische Treiben, was Tag für Tag in den Hallen herrscht. Als wäre ein kleines Stück der Großmarkthalle an den St. Jakobsplatz umgezogen.

Aus beinahe allen Ländern der Welt, kommen täglich Waren in die Großmarkthalle. Das Ausstellungsteam hat im vergangenen Jahr fleißig Belege dafür gesammelt und den Kisten von überall her einen ganzen Raum gewidmet. So wird deutlich, wie viele Fäden zusammenlaufen und wiederum vom Obst- und Gemüsefachhandel, den Gastronomen und Supermarktketten für uns angeboten  wird. Die Münchner Großmarkthalle ist in Europa der drittgrößte Umschlagplatz für Obst und Gemüse aus aller Welt und sie wuchs mit unseren veränderten Absprüchen an Lebensmittel.

Ein visuelles Highlight ist sicher die Installation der Videokünstlerin Betty Mü, die sich für die mit dem Thema „Essen und Lifestyle“ beschäftigt hat.

Auf uns wirkt die Ausstellung sehr informativ und liebevoll gestaltet und für klein und groß gleichermaßen attraktiv und ist unbedingt sehenswert.

Zur Ausstellung erscheint eine Festschrift mit dem Titel „Täglich frisch! Großmarkthalle München – seit 1912“, die im Buchverlag „Neuer Umschau“ erschienen ist. Als weitere Ergänzung zur Ausstellung wurde vom BR eine vierteilige Dokumentation: „Geschichten aus der Großmarkthalle“ von Lisa Eder und Katja Wallenfels gezeigt.

Ein Veranstaltungshighlight wird sicherlich auch der Tag der offenen Tür, am 08. Juli 2012. Interessierte können zum Treffpunkt an der Schäftlarnstraße 10 kommen und in den „Bauch Münchens“ eintauchen.
Auch das wird sicher spannend.

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