Schrillbuntlautschönglamurös

GLAM! THE PERFORMANCE OF STYLE„, so der Titel einer vielversprechenden Ausstellung, die Ihr vom 14. Juni bis 22. September 2013 in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main sehen könnt. Das solltet Ihr nicht verpassen!

Cary Loren, Niagara as the Great Sphinx, Queen of Egypt Serie, 1975/2012, Courtesy of the artist, © Cary Loren

Cary Loren, Niagara as the Great Sphinx, Queen of Egypt Serie, 1975/2012, Courtesy of the artist, © Cary Loren

Die Glam-Ästhetik der frühen 1970er-Jahre ergoss sich in nahezu alle Lebensbereiche. Obwohl oder weil es bereits zwei recht große Ausstellungsprojekte wie zum Beispiel die wunderbare Ausstellung „Summer of Love“ aus dem Jahr 2005 – die wir sehr genossen haben – oder auch die Ausstellung „Op Art“ aus 2007 in der Schirn gab, widmet sich das Team nun der anschliessenden turbulenten, knallbunten Periode in der Kulturgeschichte. „Glam“ von glamour zelebrierten zum Beispiel Musiker wie David Bowie und Marc Bolan ebenso, wie der Maler und Grafiker Richard Hamilton und dessen Schüler Bryan Ferry, der später der Bandleader von Roxy Music wurde und als eine Art Hauptvertreter der Glam-Bewegung galt. Kein Wunder, waren doch Musik und Kunst an den britischen Kunsthochschulen nahezu untrennbar miteinander verwoben.

Glam ist ein Mash-up aus Avantgarde, Pop-Art, Art Déco, Camp-, Trash- und Kitschelementen aus Hollywood-Chic, in Kunst, Musik, Literatur, Film, Mode, Design und Lifestyle – also in fast allen Bereichen des Lebens unter Missachtung von Diktaten oder gar Stil- und Genregrenzen. Da ist es gar nicht so leicht, eine gute und vor allem repräsentative Auswahl an Exponaten zu treffen. Die Ausstellung in der Schirn zeigt diesen vielfältigen Einfluss der Glam-Ära mit rund 100 Werken von Guy Bourdin, Gilbert & George, Peter Hujar, Ray Johnson, Allen Jones, Jürgen Klauke, Ed Paschke, Sigmar Polke, Cindy Sherman, Ulay, Mick Rock, Karl Stoecker und einigen mehr. Zudem wird es Originalkostüme und umfangreiches Dokumentationsmaterial gegen.

Die Ausstellung „Glam! The Performance of Style“ wird von Škoda Auto Deutschland gefördert und wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

GLAM! THE PERFORMANCE OF STYLE
14. JUNI – 22. SEPTEMBER 2013
Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main
Kurator: Darren Pih (Tate Liverpool)
Projektleitung SCHIRN: Matthias Ulrich (SCHIRN)
www.schirn-kunsthalle.de

Und Übrigens: „Glamour“ hat seinen Wortursprung bei „grammar“ was soviel meinte wie gelehrt, oder schriftgelehrt. Der Begriff „Glamour“ kommt ursprünglich von einem Zauberspruch oder einer Verhexung und hat sich im Laufe der Jahre bis heute als Begriff für Attraktivität, als Faszinosum verstanden, gewandelt. Heute meint der Begriff „Glamour“ ein besonders prunkvolles oder elegantes Auftreten oder Selbstdarstellen in der Öffentlichkeit, das sich von Alltag und dem Durchschnittsmenschen abhebt. Glamourös sein kann eine Person, eine Veranstaltung, sogar ein Kleidungsstück und vieles mehr.

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