Rotstift

An immer mehr Theatern müssen alle den Gürtel enger schnallen und sich die Frage stellen, wie viele Theater eine Stadt braucht und wie man mehr Zuschauer in der nächsten Saison bekommt. Ein zweischneidiges Schwert.

Rotstift

Rotstift – immer mehr Städte setzen ihre Theater Sparzwängen aus – Wie teuer ist dir die Kultur?

In beinahe allen Städten, wird im Haushaltsetat der Rotstift beim kulturellen Angebot angesetzt. Darunter leiden viele Theater. Von den Kürzungen in Berlin und Bayreuth haben wir Euch schon berichtet, nun hören wir aus Münster ganz Ähnliches. Gerade erst ist Ulrich Peters vom Staatstheater am Gärtnerplatz in München zu den Städtischen Bühnen nach Münster gekommen, da bereitet die Stadt ihrem neuen Intendanten einen unschönen Empfang mit einer Sparvorgabe, die sich auf etwa 2 Millionen Euro beläuft. Na sauber!

Will er diesen Sparanforderungen gerecht werden, so müsste er ganze Sparten am Münsteraner Theater einsparen. Wenn soll es treffen? Die Tänzer, die Schauspieler, das Kinder- und Jugendtheater? Wer stellt sich dann auf die Bühne?
Doch alle Sparmaßnahmen sind von zwei Seiten zu betrachten. Gutes Schauspiel braucht nicht viel Primborium und bei manchen Bühnenbildern und Kostümen wird schon ein kostenintensiver Aufwand betrieben, den es nach dem Motto: „Weniger ist mehr“ zu überdenken gilt. Gutes Schauspiel wiederum kann in Anbetracht des Aufwands und der physischen und psychischen Anstrengung für jeden einzelnen Schauspieler nicht billig sein.

Im Sinne der Nachhaltigkeit könnte man in Kostüm, Bühnenbild und Ausstattung prüfen, was man ändern könnte, um Kosten so niedrig, wie möglich zu halten. So gilt es auch für die Regisseure ihre – zum Teil sehr großen – Ansprüche an diese Bereiche zu überdenken. Bühnenbilder sollten nicht mit dem Schauspiel konkurrieren. Ein Grund, sämtliche Kostümbildner, Ausstatter und Bühnenbildnerstellen zu erhalten und mit ihnen gemeinsam neue Wege zu gehen. Denn nackte Schauspieler auf einer schwarzen, leeren Bühne sind trotz eines nachhaltigeren Weges auch wieder keine Option. Viele Requisiten, muss man auch lagern und dafür wiederum braucht es Depots, die viel Budget fressen.

Könnte man sie umbauen, neu gestaltet und sie wären so immer wieder in Gebrauch, fiele dieser große Posten schon mal weg. Gleiches gilt für Textilien. Da ist es sicher ein gute Möglichkeit sie nach den Aufführungen gleich wieder – wenn möglich – dem Wirtschaftkreislauf zuzuführen und sie zu versteigern oder die Stoffe für andere Produktionen wieder zu verwenden. Sicher ist es buchhalterisch mit der Aufteilung auf mehrere Kostenstellen zu lösen.

Und bei all diesen Sparideen müssen wir uns immer die Frage stellen: Wie wichtig und damit wie teuer ist mir die Kultur, die Theater und ihre Themen in den Stücken der Saison? Wieviel braucht ein gutes Stück, um uns gegen die bunt-schillernde allgegenwärtige Präsenz der Massen- und neuen Medien in die Theaterhäuser zu locken?

Wie teuer ist dir die Kultur?

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