Resident Evil – Retribution

resident evil: retribution - Kinofilm Kritik von Andreas Zahn

Resident Evil: Retribution, Kinostart 20. September 2012, im Verleih der Constantin

„Mein Name ist Alice.“ Das wissen wir mittlerweile nach nun vier Teilen der Resident Evil Reihe und es stellt sich mir die Frage: braucht es den aktuellen fünften Teil „Resident Evil: Retribution“ wirklich, oder kann man sein Kinogeld vielleicht besser investieren?

Unter der Regie von Paul W.S. Anderson tritt ein erneutes Mal die hübsche Milla Jovovich als Kampfmaschine Alice gegen die böse Umbrella Corporation an. Und da ist auch schon der Wurm drin. Das haben wir schon vier mal gesehen! Das muss jetzt nicht unbedingt schlecht sein, aber als Liebhaber der Spiele, muss ich leider sagen, dass es einen immer bittereren Beigeschmack bekommt, wie man doch eine sehr komplexe Geschichte mit tollen Charakteren, wie sie in den Spielen dargestellt wird, mir so miesmachen kann.

Der Plot des Films lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Alice muss aus einem Untergrundkomplex fliehen, um die Welt zu retten. Und ja, es ist nur ein Untergrundkomplex und nicht die versprochene Weltreise, wie es vorher beworben wurde. In diesem Komplex werden die Städte Tokio, New York und Moskau als Teilnachbauten, wie Levels in einem Spiel abgehandelt. Denn natürlich muss die Heldin alle durchqueren, um an die Oberfläche zu kommen. Zwischendurch gabelt sie ein geklontes Kleinkind auf, zu der sie absurderweise eine emotionale Bindung aufbaut. Das Mädchen muss natürlich gerettet werden. In jedem Level gibt es Action Non-Stop. Auf Verschnaufpausen oder sinnvolle Dialoge wird weitesgehend verzichtet.

Wenn ich mal kurz objektiv werden darf: die Action und die Effekte sind super und zaubern beeindruckende Bilder auf die Leinwand. Die Anfangssequenz sticht meiner Meinung nach am meisten heraus. Mit Kugeln, Explosionen und Blut wird hier nicht gegeizt. Das Ganze wird von einem bombastischen Soundtrack untermalt, der fast schon zu geil ist für das Bild – vor allem zum Schluss des Filmes hin.

Dennoch ist die beste Action nichts wert, wenn sie nicht konkret eingesetzt wird. Action, nur um der Action Willen ist einfach zu stupide. Da wird der beste Showdown langweilig, weil es vorher keine ruhigen Momente gab…0der gar eine Story!!!

Die Nebencharaktere regen mich sowieso immer auf, weil auch hier Charaktere aus den Spielen einfach eingesetzt werden, damit das ganze noch irgendwas mit den Resident-Evil-Spielen zu tun hat. Da findet sich ein Leon S. Kennedy (Johann Urb), eine Ada Wong (Li Bingbing) und andere, die Alice bei der Flucht helfen sollen. Sie werden weder eingeführt, noch machen sie eine Entwicklung durch, oder haben tragende Dialoge. Da sind einige nur Kanonenfutter, oder sollen für uns Gamer einen schönen „Aha-“oder „Geil- Moment“ hervorrufen. Dumm nur: Tun sie nicht.

Ich erwarte nicht viel von einem Action-Film – Figuren und Story mal außenvor gelassen jetzt. Aber wenn ich als knallharter Action-Fan aus dem Kinosaal rausgehe und das Gefühl habe, nicht unterhalten worden zu sein, sondern bestraft, dann ärgert mich die verschwendete Zeit.

In der Zeit hätte ich mir Expandables 2 nochmal anschauen können! Echt!

Überzeugt Euch selbst.

Resident Evil: Retribution
Darsteller: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Kevin Durand, Sienna Guillory, Shawn Roberts, Colin Salmon, Johann Urb, mit Boris Kodjoe und Li Bing Bing
Drehbuch und Regie: Paul W.S. Anderson
Executive Producer: Martin Moszkowicz
Co-Produzent: Victor Hadida
Produzenten: Jeremy Bolt, Paul W.S. Anderson, Robert Kulzer, Don Carmody, Samuel Hadida
Kinostart: 20. September 2012 im Verleih der Constantin Film

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