Provokant!

Romeo Castellucci hat es geschafft im Hier und Heute einige Geister mit seinem Stück: ON THE CONCEPT OF THE FACE, REGARDING THE SON OF GOD, VOL. 1 zu provozieren. In Frankreich stürmte eine Truppe junger Menschen die Bühne und begann zu beten. Ob das in den Münchner Kammerspielen auch so sein wird?

ON THE CONCEPT OF THE FACE, REGARDING THE SON OF GOD, Kammerspiele München

ON THE CONCEPT OF THE FACE, REGARDING THE SON OF GOD, Kammerspiele München, www.muenchner-kammerspiele.de

In den Münchner Kammerspielen findet im Schauspielhaus am 15. und 26. November 2011 ein Gastspiel im Rahmen von Spielart statt. Der Name rührt Skepsis: ON THE CONCEPT OF THE FACE, REGARDING THE SON OF GOD. Vol. 1. Was kann das sein?

Romeo Castellucci, beschreibt sein Konzept wie folgt: „In diesem Stück wird der Blick Jesu zum Scheinwerfer, der die Geschehnisse auf der Bühne in wechselhaftes Licht taucht. Das Licht könnte gut oder böse sein, anstößig oder unschuldig. Ich kenne mehr als tausend Maler, die die Hälfte ihres Lebens damit verbracht haben, das unaussprechliche, fast unsichtbare Leiden seiner Lippen zu reproduzieren. Jetzt ist er nicht mehr da.“ (www.muenchner-kammerspiele.de)

Im Hintergrund der Bühne wird überdimensionales Bildnis Jesus installiert. Glaubt man den Bildern und Videos dieses provokanten Stückes, so scheint es, als werden die Zuschauer Beobachtet. Sie sind also Beobachter und Beobachtete zugleich, ebenso das Bildnis. Im Vodergrund der Bühne spielen sich mehrere Szenen ab: Ein junger Business-Typ versucht seinem alten, kranken Vater die Windeln zu wechseln.  Der aber schmiert sich die Exkremente ins Gesicht. Später wandelt der alte wandelt über die Bühne in Richtung des Bildnisses und verschwindet im Dunkel. Kinder bewerfen das Bildnis mit Steinen. Dramatisch und düster untermalt wird das Ganze durch die Musik von Scott Gibbons. Lichtwechsel. Irgendwann seilt sich ein Mann hinab und lässt Farbe über das Bildnis laufen. Licht hinter dem Bild offenbart das Ausmaß der Aktion. Das ist noch lange nicht alles. Dieses Stück bildet den ersten Teil einer Reihe. Aber schon das scheint einige Menschen so zu provozieren, dass sie es als blasphemisch verschreien. Hitzige Debatten werden geführt. In Frankreich bewegte es sogar einige junge Menschen die Bühne zu stürmen, um sich dort in einem Halbkreis betend auf die Knie zu werfen.

Castellucci ist solche Aufregung bereits gewohnt, gehört er doch zu den stilbildensten Theatermachern Europas, der radikales, bild- und klanggewaltigesTheater, so genanntes nuovo teatro, kreiert und dabei nahezu ohne Dialoge auskommt.

Freitag 25. November 2011
und
Samstag 26. November 201120:00 – 20:50 Uhr
20:00 – 20:50 Uhr
anschließend Publikumsgespräch
Münchner Kammerspiele
Schauspielhaus
Maximilianstraße 26–28
80539 München

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