PREFAB – Fertighäuser erobern die Welt

Eine Entwicklung, die sich bereits über mehr als ein Jahrhundert hinzieht und Architekten nicht kalt lässt. Doch ist das die Zukunft einer Architektur für Alle?

Prefab - Fertighäuser als Architektur für die Zukunft

Fertighäuser werden nicht nur von Architekten zuweilen kritisch beäugt. Oft haftet ihnen ein Duft von Spießigkeit und Muff an. Doch das war nicht immer so und muss vielleicht auch gar nicht sein.

Durch die serielle Herstellung sehr günstig, ist das Fertighaus für einige eine Alternative zum jahrzehntelangen Mietezahlen. Fertighäuser sind industriell vorgefertigt, werden in Teilen an die Baustelle geliefert und dort schnell und unkompliziert montiert. Ein Architekt wird hierbei nicht benötigt. Anders in der wichtigen vorherigen Planung, die eine effiziente Standardisierung verlangt. Hier sind Architekten dringend notwendig und haben dabei die Gelegenheit, der Spießigkeit und dem Muff an den Kragen zu gehen. Schließlich kann kaum ein anderes Heim so anpassungsfähig sein.

Geschichte des Fertighauses
Das erste Fertighaus der Geschichte soll wohl 1833 von einem Zimmermann entwickelt worden sein, der seinem auswandernden Sohn für den Neustart ein Behausung mitgeben wollte. Er baute Module, die in einer Kiste verschifft werden konnten und sich vor Ort leicht und schnell zusammenschrauben ließen. Die Idee kam so gut an, dass der Zimmermann in kurzer Zeit viele Anfragen und Aufträge hatte. Ganz klar, es war die richtige Idee zur richtigen Zeit, als nämlich tausende aufbrachen, um neue Gebiete zu besiedeln und das nicht nur in Australien, sondern auch in Amerika. Die Industrialisierung eröffnete schließlich die industrielle Serienfertigung und bot damit die Möglichkeit schnell, viel und günstigen Wohnraum zu schaffen. Als der Trend „Fertighaus“ sich nach dem ersten Weltkrieg auch in Europa verbreitete, nahmen sich auch Architekten dieses Phänomens an. Darunter Jean Prouvé, Le Corbusier, aber auch Walter Gropius, Architekt und Direktor des Bauhauses. Er hatte im Manifest der Schule festgehalten, zunächst eine Einheit von Kunst und Handwerk und dann eine Einheit von Kunst und Technik herbei führen zu wollen. Nach dem Leitspruch „Form follows function“ war es den Architekten der Moderne vor allem wichtig. Die Qualität und Ästhetik der Häuser zu steigern und noch dazu die Produktionskosten zu senken. Durchgesetzt hat sich das serielle Haus jedoch nicht wirklich. In den 50ern und 60ern des vergangenen Jahrhunderts flackert der Trend abermals auf, doch noch immer lässt die Qualität der Häuser zu wünschen übrig. In die immer wichtiger werdende individuelle Lebensführung und das gesteigerte Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit eingeschlossen, scheint ein Fertighaus nicht zu passen. Metropolis hat das ganz anschaulich zusammengefasst.

Wandel der Zeit – Wandel des Fertighauses
Heute allerdings sollten Architekten und Bauherren wirklich noch mal über ein Fertighaus nachdenken. Architekten müssen sich für Gestalt, Qualität, Effizienz und für die Integration der Individualität im typisierten Raum verantwortlich zeichnen und ein Fertighaus um dem Mobilitätsfaktor optimieren. Auch im Bereich der Entwicklungshilfe ist es dringend notwendig ein Systemhaus zu entwickeln, dass in Katastropehngebieten schnell und unkompliziert aufgebaut werden kann und den Menschen ein Obdach bietet.

So eröffnet sich ein Berufsfeld für Architekten, dass nicht ganz neu ist, aber neue Aufgaben und Ziele hat und daher einiger Aufmerksamkeit Bedarf. In einer Welt, in der Mobilität und Individualität mittlerweile Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen bedeutet, werden eben nicht Immobilien, sondern „Mobilien“ gebraucht, also flexible Wohnräume, die sich dem Leben der Stadtnomaden individuell anpassen und noch dazu bezahlbar sind. Wer kauft sich heute schon noch ein Haus für zwei Jahre und wer bekommt bei einem auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag noch einen hohen Kredit? Wohl keiner.

Hier muss dringend etwas unternommen und Verantwortung übernommen werden, schließlich bietet das Fertighaus für Morgen ungeahnte Möglichkeiten. Boklok kann nicht das Finale sein!

TS

(550 Posts)

2 thoughts on “PREFAB – Fertighäuser erobern die Welt

  1. judy

    Hey ich find ein Fertighaus ist echt eine super Idee. Da hat man nicht mehr den ganzen Baustress direkt vor Ort sondern es wird ja in einer Halle komplett angefertigt. Nur es ist schwer den richtigen Anbieter zu finden, denn manche sind nicht ohne. Ich suche immer im Internet nach verschiedensten Seiten im Internet, um mir möglichst viele Infos eizuholen. Ich hab gestern http://www.Fertighäuser.de gefunden. Bisher find ich die echt gut, aber vielleicht weiss ja jemand anders mehr über die Seite oder kennt vielleicht auch andere gute Seiten? Würde mich über eine antwort freuen =)

    Lg Judy

Comments are closed.