Pommes-Streit

„Ist das Kunst, oder kann das weg?“, sollte man sich öfters fragen und auf Antworten warten, eh man einen Gerichtsstreit riskiert.

Pommes-Streit  „Ist das Kunst, oder kann das weg?"

Pommes-Streit „Ist das Kunst, oder kann das weg?"

Der Künstler Stefan Bohnenberger verklagt seine Galeristin, weil seine 22 Jahre alten, vertrockneten Pommes verschwunden sind. Er hatte von ihnen einen Abguss in Gold angefertig und beides, also Original und Abguss als Metarmorphose ausgestellt.

Der Abguss – „Pommes d´or“  ist noch da, aber die Original-Pommes von 1990 sind weg. Wo die alten Pommes sind, ist bislang noch unklar. Deshalb verlangt der Künstler Schadensersatz von seiner früheren Galerie, schließlich so hieß es, hätte er die alten Original-Pommes noch für einen Preis von etwa 2500 Euro auf dem Kunstmarkt verkaufen können. Davon seien wohl auch Sammler überzeugt. Als Notiz am Rande möchten wir hinzufühgen: die Fettecke von Beuys, die damals von Hausmeister und Reinigungskraft beseitigt wurde, brachte 40.000 Euro Schmerzensgeld, aber so weit werden es die alten Pommes von Bohnberger wohl nicht bringen.

Die Galeristin Andrea Tschchow sagt, dass diese Kartoffelstäbchen, von denen Abgüsse aus Gold gefertigt wurden, selbst keine Kunstobjekte seien. Zudem hatte er sie nach der Trennung von der Galerie zurückgelassen. Die Belegexemplare, hätten ihren Zweck erfüllt und waren nur noch dem Verfall preisgegeben.

Aber auch im Katalog der damaligen Ausstellung steht wohl: „Dazwischen liegt die Metamorphose eines profanen Alltagsgegenstands in ein sakrales Kunstwerk, der alchimistische Schritt zu 999.9 Feingold ist vollbracht.“ Und von seiten des Künstlers ist klar: Mit insgesamt 4200 Euro standen die Pommes zusammen mit anderen Werken zum Verkauf. Es hat sie zwar niemand erworben, aber Preis ist Preis und Kunst ist Kunst. Aber was ist eigentlich Kunst?

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