Neues Leben für Prora

Sicher kennt Ihr den NS-Bau Seebad Prora auf der Insel Rügen, der mit 4,5 Kilometern als das wohl längste Gebäude Deutschlands gilt. Einst als Prestige-Objekt im Rahmen eines so genannten „Kraft-durch-Freude-Bades“ erbaut, stand es Jahrzehnte leer. In einen 150 Meter langen Gebäudeteil ist im Sommer 2011 die wohl längste Jugendherberge Europas eingezogen. In Block 2 des Gebäudes sollen Wohnungen und ein Hotel entstehen. Block 1 des Gebäudes wurde nun für 2,75 Millionen Euro an einen Berliner Investor versteigert.

In einem Teil des Gebäudekomplexes des Seebades Prora ist eine Jugendherberge untergebracht

In einem Teil des Gebäudekomplexes des Seebades Prora ist eine Jugendherberge untergebracht, Bild: prora.jugendherbergen-mv.de

Der Versteigerer selbst, der Immobilienhändler Ulrich Busch hatte die Blöcke 1 und 2  im Jahr 2007 vom Bund erworben. Zusammen mit einem Investor wollte er für geschätzte 100 Millionen Euro 400 barrierefreie und altersgerechte Wohnungen sowie ein Hotel mit 400 Betten auf 26.000 Quadratmetern und 21,6 Hektar Gesamtnutzfläche entstehen lassen.

Doch wie es heißt, wäre der andere Investor in Anbetracht des Zustandes des Gebäudes und der entstehenden Sanierungskosten wohl nicht solvent genug gewesen und stieg aus. Alleine hätte Busch das Vorhaben nicht stemmen können. Dafür aber hält er an Block 2 fest. Zusammen mit einem Baukonsortium will er in diesem Gebäudeteil mit einem Budget von rund 30 Millionen Euro ab Frühjahr 2013 Sanierung und Umbau für ein Hotel starten. Vermutlich wird es sich ähnlich dem Smart Hotel im benachbarten Binz gestalten, dass ebenfalls Ulrich Busch gehört.

Was macht nun einer mit Block 1 von Prora? Eine Jugendherberge gibt es bereits, Wohnungen und ein Hotel werden in Block 2 entstehen. Der Bebauungsplan sieht bislang Wohnungen und Ferienwohnungen sowie Hotellerie vor, nichts weiter.

Spannend zu wissen, was der Käufer vor hat.

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