München anmalen

Auf Besucher wirkt die bayerische Landeshauptstadt sauber, geordnet und gemütlich, ja fast schon spießig. Aber als eigentliche Kunstmetropole – bei der Anzahl großer Ausstellungs-, Konzert- und Theaterhäuser – nimmt man sie als Besucher kaum wahr. Das soll sich ändern.

Es gibt nicht viele Städte, die einen so großen Kulturetat haben, wie München. Große Ausstellungshäuser, Theater, Oper, Philharmonien – alles, was das Herz begehrt. Und es gibt auch nicht viele Städte die Kunst im öffentlichen Rum derart reglementieren.

Straßenmusiker beispielsweise müssen vor eine Jury im Rathaus vorsingen und vorspielen, eh sie überhaupt legal auf Münchens Straßen ihre Kunst zum Besten geben dürfen. Ein bekannter Slogan für die Vielfalt der Stadt lautet: München ist bunt.

Wie irrwitzig muss das in den Ohren von Street Art Künstlern klingen, deren Möglichkeiten die Stadt derart einschränkt, dass Street Art nur wenigen Insidern zugänglich wird und die Werke zumeist in der Illegalität geschaffen, bzw. platziert werden müssen?

Der weltweite Boom der Street Art ist zumindest nun bei den Münchner Grünen angekommen und hat einen Antrag bei der Stadtratsfraktion eingereicht mit Vorschlägen zu Verschönerungsbedürftigen, öffentlichen Flächen, Wänden und Stadtmobiliar. Wie das jetzt kommt? Nun, es heisst, das Kulturreferat habe derzeit zumindest ein Street Art Förderprogramm mit einem Budget in Höhe von 80000 Euro. Neben Ausstellungen in städtischen Galerien und Museen, soll die Street Art jedoch auch auf der Straße stattfinden können, denn das ist die authentische Form und das würde München bunt machen, bestenfalls auch sichtbar für Besucher der Stadt – für alle eben. Wir hoffen das Beste und freuen uns auf bunte, wilde Street Art in München.

image

(550 Posts)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.