Mehr Raum im MKG

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg kann nun auf insgesamt 10.000 qm Raum Sonder- und Dauerausstellungen für Euch gestalten, aber nicht nur deswegen wird sich ein Besuch dieses Hauses in 2013 lohnen.

Endstation Meer im MKG Hamburg

Endstation Meer im MKG Hamburg, www.mkg-hamburg.de/de/ausstellungen/aktuell/endstation-meer.html

Gleich mehrere viel versprechende Projekte hat das MKG am Laufen. So ist im komplett neu eröffneten Haus die Ausstellung „Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt“ – sicher inspiriert von „Plastic Planet“ – noch bis Ende März zu sehen. Die Ausstellung zeigt die Kehrseite der Design- und Wegwerfgesellschaft. Während Plastik ja in vielen Köpfen noch immer als unendlich formbares Wundermittel für Designer und Konsumenten gilt, schwimmen wir mittlerweile allerorts darin. Das ist keineswegs positiv gemeint. Fakt ist: Meeresbewohner verenden an unserem „Wundermittel“. Der gigantische Berg aus Plastikmüll, den wir in der Ausstellung zu sehen kriegen steht in der Realität für etwa 6,4 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich in die Meere gekippt werden und am Ende – durch den „natürlichen“ Kreislauf – wieder auf unserem Teller landen. Na bravo und wohl bekomms!

Worauf wir uns sehr freuen ist die Ausstellung „PIXAR. 25 Years of Animation“, die ab Ende Januar 2013 zeigt, wie die Helden von Toy Story, Findet Nemo, Ratatouille, Cars oder Merida entwickelt und bewegt werden. Wer glaubt das geschieht von A bis Z völlig digital und abstrakt, der liegt falsch. Die Gestalter von PIXAR nutzen traditionelle Techniken der angewandte Künste, bevor sie ihre Figuren im Computer in Bewegung setzen. 500 Exponate zeigen den künstlerischen Prozess der Illustratoren, Grafikdesigner und Modellbauer und wie sie die Charaktere der Filmfiguren mit ihren Zeichnungen, Malereien und auch bildhauerisch erarbeiten. Das wird sicher spannend!

Schönheit liegt im Auge des Betrachters und so sagte wohl einst auch ein Affe „Geschmachssache!“ und biss in die Seife. Hahaa, nein im Ernst: Design und jegliche Art von angewandter Kunst war immer den Geschmacksfragen seiner Zeit unterworfen. Ausreisser haben es nie weit gebracht. Dennoch gibt es sie, wie es eben zu jeder Bewegung eine Gegenbewegung gibt. Mit der Ausstellung „Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ greift das MKG eine Idee des Kunsthistorikers Gustav E. Pazaurek auf, der sich traute im Jahr 1909 im Stuttgarter Landesgewerbemuseum eine „Abteilung der Geschmacksverirrungen“ einzurichten und dafür ein Gruselkabinett mit Hunderten von Objekten des schlechten Geschmacks zusammenstellte. Er maßte sich an über Gestaltungen zu urteilen und war überweugt, dass schlechte Gestaltetes, das Handeln des Menschen negativ beeinflusst. Mit siener Sammlung wollte er das Publikum abschrecken und aufklären und eine Lanze für das ästhetisch Gute, Wahre und Schöne brechen – wie es dann der Werkbund, das Bauhaus und die Wiener Werkstätte erfolgreich manifestierten.

Und wo wir gerade bei Werkbund, Bauhaus und Wiener Werkstätte sind. Im Herbst/Winter 2013 freuen wir uns sehr auf die Ausstellung „Jugendstil. Eine Utopie“ bei der wir anhand von  internationalen Leihgaben das Streben der Künstler und Gestalter aller Gewerke in dieser Epoche nach Utopie, Neuanfang und der Aufhebung der traditionellen Trennung von Kunst und Leben versuchen können zu erfassen. Mit über 300 Werken der angewandten Kunst, darunter Möbel, Glas, Gerät, Textil, Mode, Schmuck, Malerei, Theater, Film, Musik bis über die Gebrauchsgrafik, die Plakatkunst und noch dazu die Kunstfotografie macht die Ausstellung dieses Zeitalter voller Umschwung anschaulich. Wir können die Zeit um 1900 mit dem Heute vergleichen und erstaunt sein, wie sich manches wiederholt, erneuert oder wie es bestehen bleibt.
Das wird ein Fest!

Wir freuen uns auf schöne Trips ins Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und natürlich auch darauf Euch dort anzutreffen.
Wohl an!

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