Meese Zeiten…

Nach einem interessanten Turniertag in Punkto Fußball, machten wir uns auf den Weg in den Münchner Club STRØM Wir waren sehr überrascht, was uns dort erwartete: Jonathan Meese und seine Kunst…oder die Diktatur der Kunst…

Schon zu Beginn wurden wir mit einer Vagina begrüßt, durch die wir hindurchsteigen mussten, um in den Club zu kommen. Im Innern erwarteten uns Raumkisten aus Pappe mit Einblicken und Ausblicken und den Aufschriften: Familie, Beichte, Führung, Verwaltung und dergleichen. Sie wurden von beinahe nackten Menschen außen mit Farbe bemalt, während im Innern robotterartig getanzt, betreten geschwiegen, oder die immer gleichen Sätze wiederholt wurden.

Jonathan Meese verlangt die Staatsform: Kunst

Jonathan Meese verlangt die Staatsform: Kunst, Bild: Kultfetzen

"Die Diktatur der Kunst" ist die Erzsumme aller Evolutionen" meint Jonathan Meese

„Die Diktatur der Kunst“ ist die Erzsumme aller Evolutionen“ meint Jonathan Meese, Bild: Kultfetzen

Auf dem schwarzen Boden waren im gesamten Club weiße Klebestreifen angebracht.Beinahe nackte Menschen – mit Höschen und abgeklebten Nippeln – oder schwarz gekleidete Menschen mit irrem Blick liefen auf diesen weißen Bahnen entlang. Stellte man sich ihnen in den Weg, begannen sie zu hüpfen, begegneten sie einander, gingen sie aufeinandr los. Sonst reagierten sie auf nichts.

Auf einer Bühne stand die Raumkiste mit dem Titel „Beichte“. In der Raumkiste saß eine Frau ganz in schwarzen Stoff gepresst, die Brüste ausgeschnitten und nackt raus hängend. Über den Kopf hatte sie einen schwarzen Sack oder Strumpf mit Löchern für die Augen. Sie saß in Gebärposition auf dem Boden und rührte sich nicht, während um sie herum 6 Männer mit roten umhängen und ebenfalls ganz in schwarz gekleidet standen, starr wie Zinnsoldaten. Das Diktat der Kunst.

Den ganzen Club erfüllten schrille, dumpfe oder gestönte Töne, manchmal auch ein Puls, wie ein Herzschlag. Das gedämpfte Licht durchzuckte hier und da ein Stroboskop und in einem Bereich führten Nackte und nicht Nackte wilde Tänze auf. Ein heilloses und sehr befremdendes Durcheinander, das überzuquellen drohte. Herrscher über alles: Die Kunst.

Nach dem wir die Gesamtsituation um uns herum einigermaßen überblickt hatten, mussten wir erstmal raus, Luft schnappen und uns sammeln. Mehr Erkenntnis könnte eventuell Meeses Erzgrundsatzerklärung bringen…

Der Künstler beschloss dann, nach etwa drei Stunden abgefahrenem Wirrwarr, in einer wilden Aktion seine Räume mitten unter all den Menschen einzureißen. Das Diktat der Kunst würde aufgelöst und Putschist war der Künstler selbst, na bravo! Danach begann ein netter elektrischer Clubabend…

Kein Bock auf so eine Überraschung oder ja, verdammt?! Hier das Programm vom STRØM. Mehr über Jonathan Meese.

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