Max Beckmann

In gleich drei Schauen könnt Ihr Euch die Werke des Künstlers anschauen, der mit seinen Gemälden Geschichten und Geschichte erzählte…

Max Beckmann Ausstellungen in Frankfurt, Leipzig und Basel

Max Beckmann Ausstellungen in Frankfurt, Leipzig und Basel

Beckmann solo – einer alleine
Max Beckmann (1884 – 1950) war Maler, Graphiker, Bildhauer und auch Autor. Er malte zeitgleich zu den bekannten Expressionisten hat sich aber selbst nie als einer von Ihnen verstanden, versuchte sogar eher noch Ihnen etwas entgegen zu setzen. Ihm zu Eigen ist es, sich sowohl von der Mythologie, der künstlerischen Tradition, als auch von den zeitgenössischen künstlerischen und gesellschaftlichen Strömungen inspirieren zu lassen und sie in seinen Werken auftauchen zu lassen. Sein starker, schwarzer Konturstrich scheint gegen die Gegenstandslosigkeit des Abstrakten Expressionismus anzukämpfen. Viele sagen, Beckmanns Werke seien dunkel. Sie sind jedoch tatsächlich vielfältig und farbenfroh. Das Dunkel in seinen Werken taucht vor allem in den Nachkriegszeiten auf. Drei hat der Künstler selbst miterleben müssen, hat Abbruch, Einbruch und danach wieder Aufbruch und Aufbau erlebt. Er verarbeitet seine grauenhaften Erlebnisse in seinen Werken ebenso, wie schöne Begegnungen, Beziehungen und angenehme Ereignisse. Sogar witzig sind manche Geschichten, die seine Bilder erzählen. Spannende Geschichten und Geschichte gilt es in seinen Werken  zu entschlüsseln, denn nichts liegt auf der Hand, sondern in der Tiefe. Pure Abbildung wäre zu langweilig und in der Zeit seines Schaffens auch nicht passend.

Max Beckman in Frankfurt am Main
Zwischen 1915 und 1933 lebte und lehrte Max Beckmann in Frankfurt am Städel. Die Ausstellung „Beckmann & Amerika“ zeigt vom 7. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012 in dieser, seiner alten Wirkungsstätte, eine große Sonderausstellung zu Beckmanns Spätwerk. Zwei Ausstellungen über ihn gab es hier vor Jahrzehnten bereits, denn das Städel selbst hat natürlich auch einige seiner Werke seiner Zeit in Deutschland und vor allem Frankfurt im Depot.
Max Beckmann war über die Niederlande in die USA geflüchtet, weil man seine Werke in Hitlerdeutschland als entartet verschrie. Er versuchte „im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ einen Neuanfang. Diesen Neuanfang können Beckmann-Kenner in den 50 Gemälden, den Zeichnungen, Aquarellen, Druckgraphiken und auch anhand seiner Skulpturen nun auf den Grund gehen.

Max Beckmann in Leipzig
Da ist er am 12. Februar 1884 als jüngster, der drei Geschwister geboren. Dort verbrachte er seine ersten 11 Lebensjahre, bis die Familie nach Braunschweig zog. Nun ist er wieder da, wenn auch in anderer Form. „Von Angesicht zu Angesicht“ heisst die Ausstellung, die sich im Leipziger Museum der bildenden Künste, seiner Kunst zu Portraitieren widmet. In 58 gemalten Portraits könnt Ihr mehr über Beckmann’s Freundeskreis, kleine versteckte Anekdoten und anhand der Bilder auch seine künstlerische Entwicklung verfolgen. Dem ist nicht genug: Im so genannten „Beckmann-Dialog“ erweitert die Ausstellung mit Werken von Marlene Dumas und Alex Katz, die Max Beckmann als wesentliches Vorbild sehen. Beckmann also, von Angesicht zu Angesicht und von den Anfängen bis ins Heute.

Max Beckmann in Basel
Das Kunstmuseum im schönen Basel, umgeben von Bergen, Seen und Tälern widmet sich vom 04. September bis 2011 bis 22. Januar 2012 auch Max Beckmann. „Die Landschaften“ legt seinen Schwerpunkt auf seinBeckmann’s  Landschaftsmalerei. Erwartet aber nicht romantische Darstellungen von Meeren, Wäldern, oder gar röhrenden Hirschen. Max Beckmann hat für einen Aufbruch in der Landschaftsmalerei gesorgt und sich auch hier mit Geschichten und Geschichte beschäftigt – vor allem mit dem menschlichen Eingriff in die Natur. Mal macht er sich lustig, mal weist er nur am Rande hin. Und auch hier ist er solo, ist er Beckmann und lässt sich nicht einordnen in zeitgenössische Künstlergruppen, oder Strömungen rund um das „Phänomen Expressionismus“.

Wir wünschen Euch viel Freude bei der spannenden Reise auf den Spuren Max Beckmann’s.

(550 Posts)

2 thoughts on “Max Beckmann

  1. BaaamDaaam

    Seine Werke erinnern ein wenig an die Georg Grosz´, der ja zweifellos einer der bekanntesten Vertreter der expressionistischen Malerei ist. Ich würde ihn vom Stil her eindeutig dem Expressionismus zuordnen, obwohl er wirklich etwas raussticht, durch seine Art der Abstraktion. Der Stil hat auch was von Picasso finde ich. Auf jeden Fall sehenswert. Ich finde es gibt wirklich viele Malstile im Expressionismus. Wenn man diesen beispielsweise mal Kandisky vergleicht, der meiner Meinung nach schon zu abstrakt ist um noch dem Expressionismus zugeordnet werden zu können. Als Tipp möchte ich mal Frans Masereel dalassen. Gefällt mir persönlich sehr gut.

    mfG

  2. TS Post author

    @BAAAMDAAAM
    Vielen Dank für deinen Tipp! Wer mehr über Frans Masereel erfahren will, kann hier mal schauen: http://www.frans-masereel.de/
    Eine Ausstellung läuft derzeit unsereswissens nicht, aber wenn, dann wird sie auf der Seite der Stiftung sicher bekannt gegeben.
    Viel Spaß,
    TS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.