Künstlerhaus Graz in neuem Glanz

In den 1950er Jahren wurde es als erster Kulturbau Österreichs vom Stadtbauamt unter Beratung von Leo Scheu im Stil der Moderne – weniger ist mehr – errichtet und 1952 eröffnet. Ab 2010 geplant, wurde das Künstlerhaus Graz ab 2012 von Bramberger Architekten in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt saniert. Seit Anfang März ist es wieder offen und einen Besuch wert!

Künstlerhaus Graz,  Foto: Peter Eder, www.km-k.at

Künstlerhaus Graz, Foto: Peter Eder, www.km-k.at

Das Künstlerhaus Graz wurde erbaut, um der Moderne verpflichtet zu sein. 1952 eröffnete es mit einer Ausstellung steirischer Künstler im großen Saal mit angeschlossenen Apsis und abgesetztem Grafikraum. 1967 fand unter dem Titel „ambiente/environment“ die Dreiländerbiennale trigon statt, Bis in die 1990er fanden diese von der Neuen Galerie Graz ausgerichteten Dreiländerbiennalen statt. Dann wurde es zunächst ruhig um das Künstlerhaus. Zwischen 2003 bis 2012 war das Künstlerhaus Graz eine Abteilung des Universalmuseums Joanneum unter künstlerischer Leitung von Werner Fenz, gemeinsam mit den Künstlervereinigungen, Berufsvereinigung bildender Künstler Steiermark, Sezession Graz, Steiermärkischer Kunstverein, dem Werkbund, der Vereinigung bildender Künstler Steiermark und Künstlerbund – die Ausstellungstermine teilte. Seit 2013 nun ist das Künstlerhaus Graz unter der Trägerschaft des Kunstvereins Medienturm.

Doch eine Sanierung war dringend notwenig, denn das Haus sollte ja auch wieder eines der gestalterisch schönsten Ausstellungshäuser Österreichs sein und in jedem Fall wettbewerbsfähig. So wurden auf 670 m² Ausstellungsfläche Klimatechnik, Haustechnik, Sicherheit und Brandschutz generalüberholt, das Haus barrierefrei und die Bausubstanz aufgewertet.

Die Eingriffe der Architekten sind dezent, kaum sichtbar, aber in jedem Fall spürbar. Es sind nun drei getrennt bespielbare Räume mit flexibler Aufteilung kreierbar. Dies ermöglichen drehbare und verschiebbare Wände. Eines der markantesten Details des Hauses ist das Glasdach über dem Hauptraum und der Apsis. Die Erhaltung dieses Daches war besonders wichtig für den Gesamtkomplex. Aber natürlich kommt neben dieser wunderbaren Tageslichtquelle ein brandaktuelles und absolut flexibles Beleuchtungskonzept zum Einsatz, um die zeitgenössischen Werke bestens in Szene setzen zu können und ein interessantes Spiel mit Licht und Schatten zuzulassen. Zudem können nun auch Projektionen im Hauptraum und das Foyer vom oberen Technikraum aus gezeigt werden, ohne grossen Umbau- und Installationsaufwand zu betreiben.

Noch bis zum 18. Mai 2014 ist im Künstlerhaus Graz eine internationale Gruppenausstellung unter dem Titel „Wörter als Türen in Sprache, Kunst, Film“ zu sehen, die sich der gegenseitigen Durchdringung von Schrift zu Kunst und Film widmet. Bei einer Besichtigung des Gebäudes in seinem neuen Glanz könnt Ihr Euch so auch gleich die Frage stellen: Wie und ab wann beginnt ein Film, vom Wort aus gedacht? Beim Drehbuch? Bei der Idee?

Schaut mal im Künstlerhaus Graz vorbei und überzeugt Euch selbst.
Mehr über die Projekte von Bramberger Architekten und schöne Bilder vom generalsanierten Künstlerhaus gibt es auf der Seite der Architekten.

Künstlerhaus – Halle für Kunst & Medien
Burgring 2
8010 Graz

Eintritt: 5,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro
Geöffnet: Dienstags bis sonntags jeweils 11–18 Uhr. Donnerstags 11–20 Uhr

Donnerstagsabends könnt Ihr ab 18 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „An Art Day´s Night“ bei freiem Eintritt Podiumsdiskussionen, Vorträge, Lectures, Katalogpräsentationen, thematische Zwiegespräche, Performances, Konzertauftritte von Künstlerbands, allgemeine Debatten zu und über Kunst erleben.

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