Kraftklub mit K

Die Jungs von Kraftklub sind befreundet, seit dem sechsten Lebensjahr und hingen zusammen ab. Nun hängen sie immer noch zusammen ab, aber machen auch dabei Musik und das ziemlich erfolgreich. Ihre Platte „Mit K“ landete sofort auf Platz 1 der Charts. Ist ja kein Wunder, denn in ihren Texten finden wir ein sympathisches „Anders“-Statement wieder. Sie kommen aus Chemnitz, dass sie – wegen des besseren Wortklangs – lieber „Karl-Marx-Stadt“ nennen. Mit Ostalgie haben sie nichts am Hut, aber sie wollen eben auch nicht nach Berlin, weil eine coole Stadt einen Menschen eben nicht cooler macht. Sie sind eben nicht wie die anderen.

Kraftklub - Mit KKraftklub besteht aus den beiden Brüdern Felix und Till Brummer, die eigentlich Kummer heißen. Weil aber der Papa Jan Kummer als Mitbegründer der Avantgarde-Truppe AG ganz andere Musik macht und die Jungs nicht in seine Fußstapfen treten, nennen sie sich eben Brummer. Vielleicht ist auch der Song „zu Jung“ ein klein wenig vor diesem Hintergrund entstanden, wenngleich Kraftklub damit natürlich schon eine breite Masse ihrer Generation aus der Seele sprechen: „Unsre Eltern kiffen mehr als wir, wie soll man rebellieren? Egal wo wir hinkommen, unsre Eltern warn schon eher hier…“

Felix Brummer ist Frontman und wird gesanglich unterstützt von Karl Schumann, der auch zusammen mit Steffen Israel Gitarre spielt. Till Brummer spielt den Bass und Max Marschk sitzt am Schlagzeug.  Weil Felix unbedingt bei der Band dabei sein wollte, aber weder ein Instrument ausreichend spielt, noch so richtig singen kann, beschlossen Sie ihre Texte mehr zu sprechen. Inspiriert von der Musik, die sie gerne hören, entstand der Kraftklub-eigene Sound, der in jedem Fall in die Popmusik gehört und sich da irgendwo in der Nähe von Indie bewegt.

Kraftklub - Karl Schumann, Max Marschke, Felix Brummer, Steffen Israel, Till Brummer

v.l.n.r: Karl Schumann, Max Marschke, Felix Brummer, Steffen Israel, Till Brummer

Sie waren Fans von der Gruppe Oasis, die sich wegen den zerstrittenen Brüdern und Bandmitgliedern Liam und Noel Gallagher mit großer Medienbeteiligung trennten. So bot es sich an einen Song zu schreiben mit dem Titel „Songs für Liam“ und dem Späßchen, „Wenn du mich küsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam!“, ganz davon abgesehen gibt es in dem Song auch treffende Kritik an anderen Erscheinungen aus der aktuellen Musik- und Medienbranche.

In „Ich will nicht nach Berlin“ machen sie sich über die lustig, die glauben cooler zu sein, wenn sie in einer „coolen Stadt“ wie Berlin wohnen, aber in Wahrheit völlig falsch liegen. Ein coole Stadt macht eben nicht cooler. Sie bleiben in Chemnitz – oder auch Karl-Marx-Stadt – weil es hier zwar nicht cool ist, aber sie dort eben zu Hause sind. Sie erzählen, dass es um sie herum eigentlich immer nur darum ging, wohin man geht – also Hauptsache weg aus Chemnitz – und gar nicht darum, was du machst, also welchen Beruf du dir aussuchst. Klar, gab und gibt es in Chemnitz nicht gerade viele Arbeitsplätze und die meisten Chemnitzer sind bereits im Rentenalter, aber deshalb machen „Kraftklub“ ja Musik. So haben sie einen Job, der ihnen wahnsinnig viel Spaß macht und müssen nicht nach Berlin – oder eine andere „coole“ Stadt ziehen. Sie können sie einfach besuchen und wieder heim nach Chemnitz fahren.

Ihren Erfolg haben sie sich erarbeitet, wenngleich alles ziemlich schnell ging. Seit ihrer Gründung 2009 haben Kraftklub über 200 Konzerte gespielt und vor „Mit K“ auch schon eine Platte mit dem Titel „Adonis Maximus“ rausgebracht. Daraufhin sind bereits ein paar wichtige Menschen in Radiosendern auf sie aufmerksam geworden, sodass sie sogar im September 2010 den  New Music Award.  Das wiederum ermöglichte ihnen, als Vorband von den Beatsteaks, von Fettes Brot und auch Casper aufzutreten und viele Menschen von sich zu begeistern. Universal Domestic Rock/Vertigo nahm sie unter Vertrag. 2011 ging es dann richtig los. Sie traten für Sachsen beim Bundesvision Songcontest auf und plötzlich wusste jeder wer sie sind.

Am 20. Januar 2012 erschien ihr Album „Mit K“, das direkt auf den ersten Platz der Charts flog.

Hört mal rein, das ist wahr, ironisch und gut.

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