Ikone Marylin Monroe

Das Frankfurter Ikonenmuseum, in dessen Sammlungen Jahrtausende alte Ikonen zu finden sind, zeigt eine Schau über eine Film-Ikone der Moderne – Kaum zu glauben, aber wahr!

Marylin Monroe im Ikonenmuseum Frankfurt am Main

Ikonemuseum Frankfurt am Main, www.ikonenmuseumfrankfurt.de

Das Ikonenmuseum in Frankfurt am Main scheint in der Moderne angekommen. Bis zum 28. Februar 2011 könnt Ihr Euch die – für dieses Haus ungewöhnliche – Schau „MM – Die Ikone Marilyn Monroe“ anschauen. Den Mut zu diesem Wagnis solltet Ihr unbedingt belohnen.

Was „Ikone“ eigentlich meint

Eine Ikone, griechisch für Bild, meint in der Kunst eigentlich ein transportables, Kunstbild der Ostkirche, auf dem Chritus, Maria, ein Heiliger, oder auch ganze biblische Szenen abgebildet sind. Der Typus der „Ikone“ und auch die „Ikonenmalerei“ sollen sich aus den Gedächtnisbildern entwickelt haben, die in der Spätantike – etwa im 5. Jahrhundert – zum Angedenken an Verstorbene genutzt wurden. Im 6. Jahrhundert wurde die Anbetung von „Ikonen“ zunächst von der Kirche verboten und wie das mit Verboten so ist, hat dies den Boom um Ikonen und Ikonenmalerei ausgelöst. Die Ikonen, die hier gemeint sind, sind zumeist auf verleimte Holztafeln gemalt. Verwendet wurde in der Antike die Enkaustik-Technik, ein Farb und Wachs-Gemisch, später auch Temperafarben. Aber es gibt auch Ausführungen als Mosaik, in Metall, Email, oder sogar aus Textil.

Ikonen der Neuzeit

Besondere Stars könnten wir im heutigen Sprachgebrauch auch sagen, wenn wir von Ikonen sprechen. Wir meinen damit prominente Personen aus den Branchen Film, Fernsehen, Musik, oder auch Sport – keinesfalls aus einem Dschungelcamp und leider auch schon lange nicht mehr aus der Politik. Prominenz, also Bekanntheit, langt für das „Star-Dasein“ und schon gar nicht für das „Ikonen-Dasein“ aus. Ein Star muss Starappeal, Ausstrahlung haben, muss einzigartig sein, besondere Fähigkeiten besitzen, eine Art „Phänomen“ darstellen- vielleicht auch legendär werden können. Es gehört wahrlich mehr dazu, als bei einem Fernsehcasting mit anschließendem Workshop zu bestehen und von den Zuschauern, oder einer Jury gewählt zu werden, oder mal ein Tor zu schießen, mal einen Abfahrtslauf in Bestzeit hinzukriegen, mal einen guten Wurf gemacht zu haben…

MM – Die Ikone Marilyn Monroe im Ikonenmuseum Frankfurt am Main

Norma Jeane (Mortenson) Baker, geboren am 1. Juni 1926 in Los Angeles hatte dieses Zeug, was sie erst zum populärsten Star des 20. Jahrhunderts machte und dann sogar – weil sie eine Art Archetyp für ein Sexsymbol sei – zu einer Ikone werden ließ. Leider starb sie 1962, sodass sie die Huldigung mit der Sonderausstellung, die nun das Ikonenmuseum anlässlich ihres 85. Geburtstages veranstaltet, längst nicht mehr mitbekommt.

In der Schau sind rund 300 Exponate aus dem Nachlass von Monroe zu sehen, darunter einst private Gegenstände, Bilder, Poster, Fotografien, aber auch Kleider, ja sogar ihre Lockenwickler. Viele dieser Stücke gehören Ted Stampfer, der sie zu diesem Zwecke dem Ikonenmuseum gerne zur Verfügung stellt.

Ein Besuch lohnt sich, denn Ihr könnt nicht nur dem Begriff und der Bedeutung „Ikone“ auf den Grund gehen, sondern erhaltet auch einen spannenden Einblick in das Leben eines Menschen der von Medien und Gesellschaft zu einer „Ikone“ stilisiert wurde. Einst scheinbar ungewollt auf diese Welt gekommen, hat sie doch so viel bewegen können, wurde so beliebt und gefeiert, dass man sich gerne mit Ihr schmückte, in ihrer Nähe sein wollte, sie plötzlich jeder wollte…verrückt!

Und wir werden uns wohl immer fragen, ob solche Karrieren Fluch oder Segen sind.

Überzeugt Euch selbst!

Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt
– Stiftung Dr. Schmidt-Voigt
Brückenstraße 3-7
60594 Frankfurt

Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr und mittwochs von 10-20 Uhr geöffnet

TS

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