How to be a woman – wie ich lernte eine Frau zu sein

Das türkisgefärbte Cover des Buches von Caitlin Moran zeigt neben dem Titel zwei rosafarbene Boxhandschuhe. Und wüssten wir es nicht besser, würden wir es sogleich wieder aus der Hand legen, weil wir keinen Bock auf noch einen „Frauenfrustroman“ haben, der auf Klischees und ausgedienten Rollenbildern herumreitet. Aber Caitlin Moran schreibt anders. Ehrlich.

Dazu sollte man über die Autorin folgendes Wissen:
Caitlin Moran hat sieben Geschwister und sie ist die Älteste von ihnen. Sie wuchs in einer Siedlung für sozial schwächer gestellte im englischen Wolverhampton auf. Mit dem Schreiben begann sie früh. Schon mit nur 15 Jahren schrieb sie ihren erste Roman, darauf folgten erste Artikel mit 16 und seit sie 17 ist schreibt sie sogar für die Times. Derzeit verfasst die die satirische Kolumen „Celebrity Watch“, für die sie 2012 sogar mit dem British Press Award ausgezeichnet wurde. Heute ist sie 36 und hat mit ihrem Mann zwei Kinder. Man kann also nicht von ihr behaupten, dass sie sich in traumwandlerischen Sphären bewegt.

How to be a women - wie ich lernte eine Frau zu sein - Caitlin Moran

How to be a women - wie ich lernte eine Frau zu sein; ein Buch von Caitlin Moran

„Es ist verdammt schwer, eine Frau zu sein“, die einen wissen es genau, die anderen vermuten es. Caitlin Moran fasst es in Worte und lässt in „How to be a woman“ keine Intimität aus, sie erzählt von der ersten Menstruation, der Schamhaargestaltung, dem Sex, vom Heiraten und Kinder kriegen – doch eine Ähnlichkeit zu Charlotte Rooches „Feuchtgebiete“ brauchen wir nicht zu fürchten.

Wie viele Teenager findet sie sich nicht schön, sondern fett und undefinierbar. Aber warum tun wir uns das eigentlich an, und wo kommt das her. Nach Antworten suchend liest sie feministische Bücher. Doch der Ansatz Männer abzulehnen, gefällt ihr nicht, obwohl
Männer Frauen gerne als Verliererinnen sehen. Selbst Schuld! Sagt Moran, haben Frauen sich doch viel zu lang nur darüber definiert: Hausfrau/Ehefrau zu sein und Kinder zu kriegen.

Heute haben Frauen in Westeuropa so viele Möglichkeiten wie nie zuvor. Sie können das machen, was sie wollen – Tun es aber sehr oft nicht. Stattdessen planen sie ihr Leben nach aufwendigen Enthaarungen, Friseurterminen, Diäten, Maniküre, Pediküre und lauter solche Sachen. Sie tun das, um sich „normal“ zu fühlen. Verblendet von Serien wie „Sex and the City“, werden sie zum Fashion Victim und haben Männer, Sex und Mode, also Shoppen zum Lebenssinn erklärt
Stilettos schaffen aber kein Selbstbewusstsein, wenn wir ehrlich sind.
How to be a woman – wie ich lernte eine Frau zu sein ist witzig, kurzweilig, selbstironisch und vielleicht sogar ein bisschen Weise…

How to be a woman – wie ich lernte ein Frau zu sein
Caitlin Moran
(Aus dem Englischen von Susanne Reinker)
Verlag Ullstein, 2012

(550 Posts)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.