Haus Agua

Haus Agua Barrionuevo Sierchuk Arquitectas 2013,/www.barrionuevo-sierchuk.com

Haus Agua Barrionuevo Sierchuk Arquitectas 2013, Bilder: www.barrionuevo-sierchuk.com

Barrionuevo Sierchuk Arquitectas haben in Buenos Aires ein Haus geplant und gebaut, das uns schon auf den ersten Blick ein klein wenig an die Gestaktungsprinzipien der Villa Savoye von Le Corbusier erinnert und es freut uns zu sehen, wie diese Gestaltungsprinzipien des großen Architekten der Moderne ins Hier und Heute und die Bedürfnisse seiner künftigen Bewohner übersetzt wird.

Dazu möchten wir zunächst einmal auf die Villa Savoy eingehen. Architekt und Gestalter Le Corbusier entwarf das Gebäude in seiner funktionalen, anachronistischen Formensprache. Zwischen 1928 bis 1931 erbaut, ist es auch heute noch in Poissy nordwestlich von Paris auf einem hochgelegenen, Baum umsäumten, großen Grundstück erbaut. Das Gebäude besteht aus drei Zonen. Im unteren Bereich auf kleinerer Gesamtfläche befinden sich Dienstbotenräume und Garage sowie eine Vorhalle. Umsäumt ist das Erdgeschoss von schmalen, eleganten Säulen, den so genannten Pilotis, die das überragende Obergeschoss stützen. Im Innern kann man von der Vorhalle in die erste Etage über eine sanft ansteigende Rampe promenieren. Dort liegen die Wohnräume in einem freien Grundriss gestaltet. Die Räume öffnen sich in einem langen Fensterband, das über die gesamte Breite reicht und über deckenhohe Glasschiebewände, zu einer geräumigen Terrasse hin. Die Terrasse erhebt sich mit dem so genannten Solarium. Die geschwungene, an den goldenen Schnitt erinnernde Wand, schützt zum einen vor Blicken und Wind und zum anderen akzentuiert seine Kurve die Gesamtarchitektur. Die Fassade ist schmucklos weiß gehalten – gestalterisches Element ist einzig die Architektur in ihrer funktionalen, feinen und harmonischen Formensprache selbst. Wer mag, kann das Gebäude heute ganzjährig besichtigen. Einen Ausflug von Paris nach Poissy zum mittlerweile nationalen Monument Villa Savoy sollte in jedem Fall drin sein.

Nun aber zur Villa Agua in Buenos Aires vom Architektenteam Barrionuevo Sierchuk Arquitectas. Während Le Corbusier fünf Prinzipien für architektonische Werke der Moderne nennt, betont das Architekturbüro für seine Gebäudeplanungen, Interieurs und Landschaftsgestaltungen vor allem die drei Elemente: Material, Geometrie und Natur um ein architektonisches Werk zu schaffen. So gewinnt die Gestaltung Kraft, Intensität und Harmonie. Eine gelungene Kombination!
Das Haus Agua ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Architekten und Gestalter den Blick in den Rückspiegel, in die Geschichte der Architektur nicht vermeiden sollten, sondern sich von der Baukultur inspirieren lassen sollten. Eine Übersetzung der Prinzipien den Moderne liegt gerade in diesen Zeiten Nahe, gelingt aber selten so wunderbar wie hier.

Haus Agua
Buenos Aires Argentinien
Barrionuevo Sierchuk Arquitectas

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