Handschuhe

Aus gegebenem Anlass möchten wir Euch die Geschichte der wärmenden und schützenden Dinger erzählen.

Gerade am vergangenen Wochenende wurde uns im Angesicht von -27° Celsius bewusst, wie lebenswichtig Handschuhe sein können.

Handschuhe sind gerade jetzt extrem wichtig - Wir erzählen kurz ihre GeschichteZuerst waren sie da, um die Hände vor Kälte zu schützen. Zu diesen Urzeiten wurden sie aus Fellen und Knochspangen gefertigt. Und auch in der Bibel fanden die Handschuhe bereits Erwähnung, so trug sie zum Beispiel Jakob, der seinen Bruder um den Segen des Vaters betrog.  Weiter finden sie bereits vor 3000 Jahren Erwähnung als prunkvolle Kleidungsstücke der Könige. Ägypter, Meder, Perser, Griechen, Römer – alle trugen sie Handschuhe zur Zierde und zum Schutz. Um Erhabenheit zu zeigen, trugen sie vor allem die Könige. Im Grab von Tutanchamun fanden Forscher angeblich 27 Paar Lederhandschuhe.

Zuerst waren Handschuhe eher so wie Säckchen gestaltet, in die man die Hände reinsteckte. Weil man damit aber nur schwer etwas greifen kann und das Wichtigste an der Hand ja immer noch der Daumen ist, bekam ebenjener einen extra-Handschuhteil. So entstanden die Fausthandschuhe, oder Fäustlinge, wie wir sie nennen. Um noch mehr Fingerfreiheit zu erlangen, separierte man dann schließlich jeden Finger und es gab Fingerhandschuhe. Erstaunlich, dass wir heute eher zu den Fingerhandschuhen greifen, als zu den Fäustlingen. Tatsache ist aber, das Fäustlinge deutlich wärmere Finger machen. Griechen und Römer nutzten bereits je nach der jeweiligen Tätigkeiten eine der für sie passende Handschuhform. So trugen Gladiatoren Fingerhandschuhe um ihre eingeölten Gegner besser greifen zu können.

Handschuhe hatten also schon immer in den verschiedenen Kulturen und Religionen zum einen eine symbolische Bedeutung und zum anderen eine Gebrauchsfunktion. Handschuhe wurden verschenkt, verliehen, zum Anzetteln einer Fehde verwendet, geworfen, und sogar als Liebespfand zwischen Ritter und Adelsfräulein verteilt. Glaubt man der Ballade von Friedrich Schiller, so kann man eine Liebe lösen, indem man das Handschuhpfand zurückgibt, oder wirft.

In Frankreich entstand die erste französische Innung für Handschuhmacher 1190. Nach Deutschland wurde die Handschuhmanufaktur durch die Hugenotten gebracht. Neben Stoff und Leder kamen bald gestrickte und gehäkelte Variationen dazu. Erst im späten Mittelalter wurden Handschuhe zu einem Modeartikel, den sich fortan nur höhere Schichten leisten konnten.

Mit der kurzärmeligen Mode von Directoire und Empire gewannen lange, bis zum Oberarm reichende, Damenhandschuhe Anfang des 19. Jahrhunderts an Bedeutung und blieben bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für Ballgarderobe quasi verpflichtend. Sie wurden dann auch für Männer wieder ein modisches Muss. Hinzu kamen Handschuhe, bei der die Fingerkuppen nicht bedeckt wurden.

Heute gibt es Handschuhe zu nahezu jeder Tätigkeit bei der Arbeit oder in der Freiziet und beim Sport und egal, ob als Schutz oder einfach nur als Schick. Wir bevorzugen derzeit den Handschuh als Kälteschutz beim Skifahen und davon wiederum einen Fäustling, weil die eben am allerwärmsten sind. So haben wir keine Hände, die vor Kälte schmerzen, sondern mollig warme. Damit können wir zwar niemanden „mit Samthandschuhen anfassen“, fühlen uns machmal etwas in die Kinderzeit zurückversetzt – da hatten wir nämlich oft Fäustlinge an.

Und ohne Handschuhe ist es derzeit echt zu gefährlich drausse. Für gute Exemplare sollte man schon ewa 70-100 Euro ausgeben– also vergesst oder verliert sie nicht! Wenn Ihr doch versehentlich keine dabei habt, dann steckt Eure Hände unbedingt in die Hosentaschen – so nah wir möglich an Euren Körper und seine Körperwärme.

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