Hamburg 2012/2013 – Alles Neu!

Das Schauspielhaus Hamburg hat sich nach einer schönen, vergangenen Saison nun in die Sommerpause verabschiedet. Aber natürlich nicht, ohne uns Geschmack auf Neues zu machen.

In der Spielzeit 2012/2013 findet wieder im Oktober das Hamburger Theaterfestival statt und es gibt interessante Premieren.
Neues vom Dauerzustand“ von René Pollesch und unter der Regie: René Pollesch feiert Premiere am 6. September 2012 und zugleich ist es eine Uraufführung. Der Slogan: „Vielleicht könnten wir durch die Liebe hinter das Geheimnis der Austauschbarkeit unserer Einzigartigkeit kommen“, ist schon sehr viel versprechend.

Ebenfalls eine Uraufführung ist: „Ein Pfund Fleisch“ von Albert Ostermaier, nach Motiven von William Shakespeares »Der Kaufmann von Venedig« inszeniert. Regie führt Dominique Schnizer und entführt uns in die Thematik der Finanzen, Männergesellschaften, Machtkämpfe und postuliert: „Denn die am Tiefpunkt kaufen, machen eine Menge Geld und die Menge Arm.
Premiere ist am 14. September 2012.
Am 21. September dann können wir uns auf die Uraufführung von Franz Wittenbrinks „Aida“ freuen. Auch „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind ist in der kommenden Spielzeit dabei und feiert am 6. Oktober 2012 unter der Regie von Max Claessen Premiere.
Schauspielhaus Hambur - Spielzeit 2012-2013
Regisseurin Alice Budenberg hat sich dem „Ödipus“ nach Sophokles, Aischylos und Euripides angenommen. Die Premiere ist für den 19. Oktober 2012 vorgesehen.

Als deutschsprachige Erstaufführung startet „Der Vorname oder Zu Gast bei guten Freunden“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière unter der Regie von Christian Brey am 4. November 2012 in die Spielzeit 2012/2013. Es verspricht spannend zu werden, denn aus der Wohnung eines Literaturprofessors wird das Schlachtfeld eines Spiels mit gesellschaftlichen Problemen: „Was spielen wir heute Abend? Abtreibung, Kopftuch, Feinstaub Streikrecht?“. Wir sind gespannt, was Ihr dazu sagt.

Und ab jetzt nur noch Uraufführungen. Das freut das Theaterherz, denn da können wir uns auf Stücke mit viel versprechenden Titeln, wie „The Right Bullets -Der Freischütz trifft Tom Waits – Die Show von und mit Dominique Horwitz“ – eher eine Oper – freuen. Premiere ist am 25. November 2012 und wir wohnen einem Klangspektakel bei, in dem Dominique Horwitz versucht den Freischütz mit Tom Waits in einer alles andere, als gewöhnlichen Oper zu verspinnen. Das wird sicher aufregend!

Oliver Klucks „Männer, Frauen, Arbeit“ in der Inszenierung von Markus Heinzelmann feiert am 7. Dezember 2012 seine Premiere und holt uns sozusagen von der Musik zurück auf das Papier, denn Kluck sagt: „Da ich mich nicht mehr an Schreibaufträgen abarbeite, sondern ausschließlich am Thema, werde ich ohne Unterlass für dieses Thema produzieren.“

Mit „So was von da“ von Tino Hanekamp haben Nicola Bramkamp und Jorinde Dröse für die Bühne, „die wildeste Nacht des Jahres auf dem Kiez“ umgebaut. Premiere ist allerdings nicht in der Silvesternacht, sondern am 12. Januar 2013. Lasst es Knallen.

Auf St. Pauli folgt sogleich die „Hafenballade“ von Michael Batz, Franziska Steiof und Markus Voigt unter der Regie von Franziska Steiof, die am 26. Januar 2013 Premiere feiert. Wo gehen wir hin? „Kannsema, Hafen-Faktotum und Erzähler, führt mit viel Musik und zahlreichen Songs durch die letzten Abenteuer und Entscheidungen im Zeitalter großer Abschiede. Die Lebensentwürfe lassen sich nicht einlösen, die Träume sich nicht verwirklichen. Die legendäre Tante Hermine muss ins Trockendock, der Schuppenbesitzer Cord Jansen kämpft seinen letzten Kampf.“

Am 8. Februar heißt es dann erstmals „Bezahl für dein Vergnügen“ von und mit Fabian Hinrichs und Jürgen Lehmann. Es heißt: „Was wir vorhaben, ist etwas Ungeheuerliches und Einmaliges“ unerschrocken vor diesem Versprechen locken sie unsere Neugier auf das Stück und wecken große Erwartungen zu dieser Performance über theatrale Bedingungslosigkeit und die Sehnsucht nach individueller Gemeinschaft. Was für eine Ansage!

So viel Neues, so viel Spannung – doch jetzt erst mal Sommer und damit die Gelegenheit frische und freche Gesichter zu engagieren und einfach spielen zu lassen. Denn „der Schauspieler ist von der unbändigen Lust getrieben, sich unaufhörlich in andere Menschen zu verwandeln, um in den anderen am Ende sich selbst zu entdecken.“ (Max Reinhardt)

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