Hallo Millaphon!

Mehmet Scholl, Mehmet Scholl, Mehmet Schooooooooolllll, Mehmet Scholl…und so weiter! Ja, der Scholli, Dribblerkönig von einst, hat sich was Neues gesucht. Er hat ein Label namens „Millaphon“ gegründet, was für ihn ja nicht so untypisch ist, denn schon zu seiner aktiven Zeit hat er sich mit Musik beschäftigt. Abseits des Mainstreams wollte er immer sein, und das war er auch, und irgendwann, das war logisch, ist er im Musikgeschäft gelandet. Er ist nun Chef eines Musiklabels, versucht dabei schön im Hintergrund zu bleiben und schafft es doch nicht. Vermutlich sind doch einige an diesem heutigen Abend – bei seinem Labelgründungsfest – wegen ihm da, und er enttäuscht seine Fans nicht. Er läuft mitten durch die Leute, steht beim Rauchen vor der Tür und beim Pinkeln nebenan…nur eines merkt der Fan von Einst schnell. Scholli, der Dribblerkönig? Das war mal…jetzt ist er der Herr Scholl, der Labelboss!

Die drei neuen Labelbosse von Millaphon

Scholl ist zwar nicht das Label – nur ein kleiner Teil davon. Das mag vielen, die ihn noch von seiner früheren Fußballerkarriere kennen, komisch vorkommen, ist aber absolut richtig. Der Mehmet ist ja nur das Zugpferd, jemand, der Bock hat auf Musik, der sich auskennt, der ab und an mal im Radio auflegt. Mehr nicht! Und die anderen? Die wichtigen beim Label? Das sind Gerd Baumann, Komponist, Filmmusikproduzent und Preisträger der deutschen Schallplattenkritik und Till Hofmann, Booking Agentur Eulenspiegel Booking, Veranstalter und  Leiter von Eulenspiegel Concerts, sowie diverser Kleinkunst Bühnen in München. Irgendwie scheint das eine perfekte Mischung zu sein, was nicht anderes bedeutet, als: Der Erfolg des Labels steht vor der Tür!

An diesem Freitag, den 24.06.2011, steht nun das Labelgründungsfest – kurzfristig aufgrund des Wetterberichtes und der erwarteten Besuchermassen in die Münchner Freiheizhalle verlegt, treten dort alle Bands auf, die das Indie-Label „Millaphon“ bisher unter Vertrag hat. Das sind die Songwriter „Balloon Pilote“, das ist der großartige bayerische Songwriter „Keller Steff“ und das ist „Moop Mama“. Letztere sind hoch gelobt und erfüllen ihre Erwartungen. Allerdings mehr auch nicht. Vom Hocker reißen sie uns persönlich nicht, dafür aber ungefähr 95% des restlichen Publikums. Okay, schlecht sind sie nicht, erinnern mit ihrem Liveauftritt den ein oder anderen Besucher mit ihrer March-Rapp-Musik und der Blasmusikkapelle im Hintergrund nur stark an Peter Fox! Absicht? Keine Ahnung, aber definitiv Mainstream, da können uns die neuen Labelbosse erzählen was sie wollen. Sie wollen ja die Indierichtung fördern, nicht den Mainstream haben sie auf der Bühne in einer Umbauphase betont. Ob ihnen das so gelingt? Nicht wirklich, aber es ist auch egal, denn Moop Mama sind großartig und dass diese Band bisher kein Label gefunden hat, ist ein Verbrechen.

Der Chiemgauer Liedermacher „Keller Steff“ mit seiner Band wiederum zeigt vielen Besuchern erst, was es heißt, Musik und Spaß auf der Bühne zu vereinigen. Er weiß zu überzeugen und er weiß auch seine Liveerfahrung von vielen hundert Konzerten in den letzten Jahren, unter anderem als Vorband von La Brass Banda, einzusetzen. Er spielt sein Programm routiniert herunter, aber trotzdem so genial, dass man jede Sekunde denkt, dieser Mann hat wirklich großen Spaß auf der Bühne. Trotzdem hat er ein Manko für die Münchner. Er singt im bayerischen Dialekt und das ist anscheinend ein Problem, denn nicht alles was der Chiemgauer singt, verstehen wir hier. Wenn dann noch dazu ein Zuhörer in der Reihe uns blöd anmacht, wir sollen doch während eines Konzertes bitte nicht reden, er versteht ja die Hälfte nicht, dann können wir ihm auch nicht helfen. Wir sind schließlich nicht für den Stress zuständig, nicht beim Keller Steff, der hat damit nichts am Hut. Und so beenden wir sein Konzert genauso, wie er es tut, mit dem Kaibiziagn! Bevor ihr blöd fragt, was bitte? Kaibiziagn? Hä? Nein, wir erklären es nicht, wir empfehlen nur seine Homepage und seine Konzerte, da werdet ihr es verstehen.

War das schon alles beim Labelgründungsfest von Millaphon? Natürlich nicht, aber klug wie wir sind, sind wir von hinten nach vorne vorgegangen und haben die Bands am Anfang gewissenhaft unterschlagen. Das tut uns leid und hiermit wollen wir die Band „Balloon Pilote“ und den Special Gues „Fil“ noch kurz erwähnen. Vor allem der Berliner „Fil“, bisher nicht bei Millaphon gesigned, überzeugt das Publikum durch seine Grönemeyer Veralberung, durch sein Akkustik-Metal-Punk Beziehungslied oder durch sein sinnloses und ewig andauerndes Gelabber. Ja ein Ex-Punk, so wie Philip Tägert alias Fil es ist, hat kein Gefühl für Zeit und Raum. Wenn er trotzdem selber ständig sagt, er hat nur 15 Minuten für den Auftritt, dann kann er trotzdem davon gefühlte 14 verlabbern. Wir „Freakzzzzz“ stehen auf ihn und wenn er uns auch öfters als „Freakzzzzz“ bezeichnet, dann verstehen wir das, denn er ist ja auch einer…

Am Ende bleibt nur eines! Millaphon hat einen verdammt geilen Abend hingelegt, hat sich gut der Öffentlichkeit vorgestellt hat in uns allen eine Erwartungshaltung geschaffen, die sie jetzt auch dauerhaft erfüllen müssen. Mehmet Scholl, Til Hoffman und Gerd Baumann, jetzt seid ihr da und jetzt habt ihr Arbeit! Also macht was, denn Euer Versprechen auf der Bühne – Partys mit freiem Eintritt und freiem Bier – wollen wir gerne annehmen. Aber nur wenn ihr erfolgreich seid…

Mehr von Millaphon? Dann besucht www.millaphon.com

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(54 Posts)

6 thoughts on “Hallo Millaphon!

  1. Julia

    Na, das ist ja mal ein Blog ganz nach meinem Geschmack. Der „Kritiker!“ nimmt freien Eintritt und natürlich Freibier an – solange das Label erfolgreich ist? Wie großzügig von Euch. Danke! Genau auf diese Kritiker freut man sich ja immer ungemein! Desweiteren finde ich es doch recht gewagt zu behaupten, dass a.) 50% der Leute wegen Mehmet Scholl gekommen sind, denn ich glaube, dass das Publikum, welches an dem Abend so zahlreich erschienen ist, vorallem deswegen gekommen ist, weil es wusste, dass da einfach verdammt gute Bands auf der Bühne stehen und sie – für freien Eintritt – einen phantastischen Freitag Abend erleben werden – und nicht, weil sie gehofft haben, einen verstohlenen Blick aus nächster Nähe aus Mehmet zu werfen – da traue doch bitte dem Publikum ein bissl mehr zu. Weiterhin finde ich es b) auch sehr gewagt, zu behaupten, dass MoopMama eine Mainstream Band ist. Wer von Euch ist denn so ein qualifizierter Musiker, dass er das beurteilen kann? Tatsache ist, dass bei Moop Mama ein Haufen ausgebildeter Musiker auf der Bühne stehen, die mit guten Texten und guten Beats das Publikum zum Tanzen bringen, bis es vor Erschöpfung zusammen bricht. Wie ist jetzt genau die Definition von Mainstream? Ist es jetzt Mainstream, weil die Leute alle tanzen? Das habe ich noch nicht so ganz verstanden. Ich wage doch mal zu behaupten, dass sich mit Gerd Baumann, Till Hofmann und Mehmet Scholl drei Musik – Kenner zusammen getan haben, die, wenn sie behaupten, dass sie ein Independent- Label gegründet haben und mit ihren – doch ja, durchaus prominenten Namen dahinter stehen, genau wissen,was sie da sagen und tun. In diesem Sinne hoffe ich für Euch, dass Eure Erwartungen erfüllt werden und ihr immer ganz viel Bier umsonst bekommen werdet, damit der Schmerz, falls die Erwartungen dann doch enttäuscht werden sollten, nicht ganz so groß sein wird. Julia

  2. TV Post author

    Da ist ja jemand angepisst, wenn man mal nicht sofort die Meinung wie jeder andere auch vertritt. Gut, freie Meinungsäußerung! Passt, kein Problem, ich habe meine Meinung gesagt, du Deine. Übrigens…Freibier gabs sicher nicht für mich, ich war nur zum Spass – und ich hatte jede Menge Spass mit den Bands – und habe mit dem Freibierspruch nur einen Satz zitiert, der von der Bühne kam.

    Wenn du dir im übrigen mal jede Ankündigung der Presse im Vorfeld von eurem Fest angeschaut hast, dann wirst du merken, dass es so gut wie keine Überschrift gibt, wo nicht Mehmet Scholl als Zugpferd verwendet wurde. Und darauf beziehe mich jetzt einfach mit der 50% Scholl-Quote.

    Im Übrigen – falls du den Artikel auch genau gelesen hast – habe ich die Musiker nicht kritisiert, sondern gelobt. Genauso wie das Label…

    Die Diskussion Independent – Mainstream lasse ich mal so dahingestellt, da streiten sich wirklich alle. Ich auch…

  3. Name *

    Dafür ist ja der Blog da – dass man die Meinungen äußert. Ich bin nur irritiert, wie Du hier a) den Gästen unterstellst, dass sie wegen Mehmet Scholl da waren und b) dass die Labelbetreiber ja sich als Independent-Label anpreisen, wenn sie doch eigentlich den Mainstream unterstützen. Das ist ja dann nicht mehr Deine Meinung, sondern Du unterstellst dabei ja anderen Leuten ihre Meinung. Das ist der kleine entscheidene Unterschied dabei. Nix für ungut. Das Fest war schön!

  4. TV Post author

    Sorry ich hab oben meinen Kommentar grad noch mal ausführlicher geschrieben.

    Ja das Fest war überragend! Das hoffe ich, ist in dem Text auch rausgekommen! Punkt a) …. ja blöd, unterstellen wollte ich den Leuten das nicht. Das war so meine Feststellung und klar, 50% kann ich nicht beurteilen. Ich sags mal anders. Es waren halt ein paar wegen dem Scholli da. Auch egal wieviele, die meisten waren wegen der Mucke da und wer nicht schon vorher wegen der Bands da war, der war danach begeistert von den Bands. Punkt b) Das ist wirklich ein Streitpunkt, da hat jeder seine andere Meinung. Klar Independent-Label definiert sich auch von der Unabhängigkeit von den großen Labels (Punkt erfüllt), aber wie ist der Begriff heute auf Independent Musik anwendbar. Da sind nicht nur wir anderer Meinung, sondern – ohne jemanden etwas unterstellen zu wollen – die halbe Welt.

  5. Julia

    Ja – Schwamm drüber. Wichtig ist ja, dass alle einen geilen Abend hatten! Und den hattest Du und ich und die Labelbetreiber und die Bands und die restlichen Gäste glaub ich auch! Und – logisch – Mainstream ist ein Streitpunkt – das muss man einfach je nach Geschmack individuell für sich einschätzen. Und ob jetzt jemand wegen Mehmet da war oder nicht, weiß ich nicht – ist aber dann auch egal, denn letztendlich zählt ja, dass jeder beschwingt nach Hause gegangen ist! Wenn man den Artikel halt liest, liest man natürlich – klar, die positiven Eindrücke – aber ich bin halt auch über die Zwischentöne gestolpert und die sind mir einfach aufgestoßen. (Im übrigen als Privatperson)

  6. TV Post author

    Da sind wir einer Meinung und schon passt es. Ich kann das Label nur empfehlen und vor allem meinen absoluten persönlichen Helden (wegen dem ich auch da war!), den Keller Steff!

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