Es muss aus ihnen raus!

LaBrassBanda bläst, was das Zeug hält, verleitet zu echten Höhenflügen und bleibt doch fest verwurzelt. Wer die fünf noch nicht live erlebt hat, ist selber schuld.

München, Circus Krone, 17. Oktober 2010, 21.00 Uhr noch was. The Excess aus Ingolstadt hat die Bühne verlassen. Der weiße Vorhang wird geschlossen. Der Zirkus ist brechend voll. Die Spannung steigt. Es wird dunkel. Elektronisch-minimalistische Musik füllt den Saal. Pinkfarbene Dioden zaubern ein Lichtspektakel hinterm Vorhang hervor. Der Puls steigt. Boom, Boom, Boom!

Wachsende Schatten sind zu erkennen. Andi „Hans“ und die Tuba, Olli und der Bass sind leicht auszumachen…Fehlen Manu mit Posaune, der Manu „Yossarian“ an seinen Drums und Stefan „Sepp“ mit Trompete.

Der Vorhang fällt. Wow und Rumms! Da stehen sie alle fünf, blasen, zupfen,  trommeln uns in hundertstel Sekunden von den Plätzen und alle wissen, was sie hier sollen: Fliegen. Auf dem einzigartigen LaBrassBanda-Soundteppich gleitet der Cirkus Krone mitsamt seinen Insassen zwei Stunden lang über Berg, Tal und Chiemsee und weiter, weiter, weiter…

Über die Grenzen von Bayern geht es mit LaBrassBanda schon lange hinaus. Bekannt sind sie, wie bunte Hunde, längst nicht nur mehr in der Kultkneipe Fuchs und Has. Aber dort bei Fuchs und Has hatten wir sie 2008 das erste Mal erlebt. Die fünf Jungs in Lederhosen und T-Shirt mit Blasinstrumenten und einer Art  – wie soll man die Musikrichtung beschreiben…Balkan Funk Brass oder Alpen Jazz Techno Reggae Soul?! Egal, es muss aus Ihnen raus und was ankommt ist echt genial.

Schon damals bei Fuchs und Has, bliesen sie sich durch die Menge und rissen alle mit. Angstfrei und selbsbewußt spielen sie mitten in der Menge und nicht nur auf der Bühne. Mitmachen ist Pflicht, man kann auch gar nicht anders. So und vielleicht genau deswegen sind LaBrassBanda zu sympathischen Lichtgestalten aus dem Chiemgau geworden. Gut, Manu kommt aus Tegernbach bei Mühldorf am Inn, Andi aus der Holledau und Olli aus Rosenheim, aber LaBrassBanda entstand und ist fest verwurzelt im Chiemgau – damals, wie heute.

Die fünf haben trotz der Höhenflüge den Bodenkontakt und die Wurzeln nicht verloren, sind noch immer barfüssig, noch immer mittendrin, noch immer nett und noch immer sauguat.

Und dass es ihnen selbst bei all dem Trubel, all den Auftritten, all den Reisen und all der Aufmerksamkeit noch gut geht, sieht und hört man ihnen an. Sie haben Spaß und Lust an dem, was sie tun und wie. Andi hat sogar etwas Wohlfühlspeck angesetzt – wahrscheinlich hatte er „zu vui Grillfleisch“ während des Festivalsommers…

Danke für diesen herausragenden Abend.

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3 thoughts on “Es muss aus ihnen raus!

  1. U.S.

    Wenn man diesen wunderbaren Artikel liest, will man auch dort gewesen sein bzw. gleich hingehen und das auch erleben.

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