E-Koa-Bike-Ned*)

Fahrrad fahren ist gesund und schont die Nerven. Mh, glaubt man und irgendwie ist auch etwas dran, denn man muss nicht befürchten, im U-Bahn Tunnel stecken zu bleiben oder in einen Streik bei Bahn oder MVV zu geraten. Auf dem Fahrrad kann man einfach nur fahren. Das entspannt ungemein und macht den Kopf frei für einen harten Arbeitstag.

Doch all diese angenehmen Seiten des Radelns sind schnell weg, wenn man von der Pest überholt wird. Jawoll, die PEST. Ihr glaubt nicht, dass Euch das passieren wird? Vergesst es, es passiert Euch jeden Tag, ja fast jede Stunde und falls es Euch bis jetzt noch nicht aufgefallen ist, dann fällt es aber ab jetzt auf. Die PEST! Diese verdammte Pest ist nichts anderes als diese jämmerlichen E-Bikes. Was E-Bikes? Jawoll, Elektro-Bikes! Da muss der Radler nicht mehr viel in die Pedale treten, denn es fährt sich damit ja fast von selbst. Und ich hasse es, wenn mich eine Oma auf dem Bike überholt, selbst dabei nur wenig in die Pedale tritt, sich erst beschwert, wieso ich bergauf so langsam fahre und mich bei ihrem Überholvorgang diabolisch angrinst.

Aaaaaaaahhhhhhh, da könnte ich nur schreien und am liebsten würde ich ihr die Kabel von ihrer Batterie zum Antrieb im vorbeifahren schnell durchzwicken. Ja, das wäre eine Freude, aber so etwas kann man natürlich auch nicht machen, schließlich wäre die gute Dame ja vollends verloren ohne ihr führerscheinfreies Gefährt. Ja und damit sind wir schon beim nächsten Punkt. Haben diese E-Biker denn nie gelernt, wie man Fahrrad fährt? Heizen auf den Fahrradwegen lang, überholen so was von knapp, dass man regelmäßig abbremsen muss, und schauen dich verächtlich an, weil du nassgeschwitzt und mit hochrotem Kopf den Berg hochstrampelst. Aber liebe E-Biker, wir normale Fahrradfahrer, also wir Radler, die noch Muskelkraft einsetzen, wir haben eines was ihr nicht mehr habt. Wir haben noch Selbstachtung und wir müssen nicht auf einem verkappten Motorrad sitzen und uns dabei noch gut vorkommen. Wir tun etwas für unseren Geist und für unseren Körper! Wir sind jeden Tag stolz, wenn wir mit unserem 300 Euro Bike in der Arbeit angekommen sind, während ihr mit eurem 2000 Euro E-Bike nur darüber nachdenkt, wie umweltfreundlich und billig ihr heute wieder unterwegs wart. Aber wo euer Strom herkommt, das hat Euch noch nie interessiert. Wie denn auch, er kommt ja sowieso aus der Steckdose…

Am allerschlimmsten sind die E-Mountainbiker! Ja, kein Witz, so etwas gibt es. Da überholen mich doch heute morgen zwei Biker in voller Profibikermontur auf ihren Mountainbikes und was seh ich? Klar, zwei kleine Kabel, eine etwas größere Nabe und eine Akkutasche! Und natürlich konnten sie auch nicht anders, als unter Mißachtung jeglichen gesunden Menschenverstandes auf einem engen Fahrradweg zu rasen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Sollen sie doch mit ihren E-Mountainbikes in den Bergen hochheizen, da gehört so ein fettes Mountainbike ja schließlich hin – was übrigens auch schon der Name sagt. Aber nein, dort können sie ja nicht hin, denn dort würden sie ja ausgelacht werden und weggejagt werden mit ihren E-Bikes für die Berge, denn in den Bergen geht es ja um Sport. Und Sport ist das Fahren eines E-Bikes mit Sicherheit nicht…

Ich fahre noch richtig Fahrrad und dazu stehe ich! Nein, dazu stehe ich nicht nur, das liebe ich inzwischen sogar richtig und wenn das Wetter einmal nicht mitspielt und ich nicht mit dem Radl fahren kann, dann ist der Tag schon gelaufen. Daher lieber Wettergott, spiel mit, lass die Pest untergehen und bescher mir viel Sonne. Vielen Dank!

TV

*) Wer die Überschrift nicht versteht. Das ganze ist dem bayerischen angelehnt und bedeutet nichts anderes wie den grammatikalisch absolut richtigen Satz: E-Kein-Fahrrad-Nicht

(54 Posts)

2 thoughts on “E-Koa-Bike-Ned*)

  1. Jo

    Der Artikel gefällt mir. Den Frust muß man einmal los werden !!

    Ich finde, dass insbesondere das Fahrrad fahren mit einem Pedelec (also nur elektr. Unterstützung des Tretens) eine neue und gute Möglichkeit ist für ältere Leute noch Fahrrad fahren zu können, die das ansonsten nicht mehr schaffen. Auch für Leute, die in einer Gegend wohnen, in der es nur auf und ab geht und deshalb selten Fahrrad gefahren wird, ist dies eine gute Hilfe.
    Das was man unter Fahrrad fahren versteht (also treten, sich sportlich betätigen) sollte aber immmer im Vordergrund stehen. Auch die Regeln des Miteinander auf dem Fahrradweg sind unbedingt zu beachten. Es gibt keine Sonderregeln für Pedelec-Fahrer (oder E-Biker). Nur bei gegenseitiger Akzeptanz macht das Fahrradfahren für alle Fans des RADLFAHRENS Spaß.

  2. Zocher

    Die Leute sollen keine Fahrräder (wie Licht, Reifen, Bremsen, Schaltung) und Sachen kaputt machen

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