DIE STADT + DIE WASSERHÄUSCHEN

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main ist alles neu, auch das Programm. Denn jetzt gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat Veranstaltungen unter dem Motto „Stadtplus“ und das solltet Ihr nicht verpassen!

Die „Wasserhäuschen“ sind Frankfurter Unikate.

Die „Wasserhäuschen“ sind Frankfurter Unikate.

Die „Wasserhäuschen“ sind Frankfurter Unikate. Es gibt sie nur in dieser Stadt so wie sie sind. Heute sind sie zumeist einfach nur Einkaufskioske aber früher holte man an den Wasserhäuschen tatsächlich Wasser. Denn es gab Zeiten – so Anfang des 19. Jahrhunderts – in denen das Leitungswasser derart verunreinigt war, dass man es nicht trinken und auch nicht damit kochen konnte. Also holte man sich Trinkwasser an den Wasserhäuschen. Die kleinen Verkaufsbuden waren überall in der Stadt verteilt und zu Spitzenzeiten gab es etwa 800 Stück in ganz Frankfurt verteilt. In dieser Zeit tranken die Arbeiter dann auch wieder weniger Alkohol, denn anstatt Bier und Schnaps gab es ja dann überall auch Trinkwasser zu kaufen. Ein netter Nebeneffekt.

Der Imagewandel begann bereits in den 1970er Jahren. Die Wasserhäuschen wurden immer weniger beliebt, hier und da sogar von Anwohnern bekämpft. Es gab und gibt zwar an den Wasserhäuschen bis heute Mineralwasser zu kaufen – wie an jedem anderen Kiosk auch – doch die meisten Kunden kommen, um einen Schnaps oder ein Pils zu zischen und halten sich gerne sehr lange und laut an ihrer jeweiligen Stammbude auf. Nicht einmal die Hälfte der Wasserhäuschen von einst haben überlebt.

Jetzt aber nur nicht zu sentimental werden. Es gibt sie ja noch zu bewundern und es gibt sie zu befeiern. Vielleicht könnt Ihr ja dazu beitragen ihnen wieder ein positiveres Image zu verpassen. Ihr solltet sie halt stilvoll befeiern – das geht.

Das älteste Wasserhäuschen Frankfurt soll übrigens das „Jöst Nummer 1“ am Franziusplatz am Osthafen sein. Da das Viertel am Osthafen ja auch gerade eine extreme Aufwertung erfährt, muss man direkt aufpassen, dass die kleine Bude nicht weichen muss.

Vorschlag: Geht heute am 2. März 2011 um 19.00 Uhr ins Deutsche Architekturmuseum und hört Euch an, was Ursula Neeb, Krimiautorin, für eine Antwort auf die Frage parat hat:  „Warum die Trinkhallen geliebt und bekämpft werden“.

Und dann fahrt mal beim ältesten Frankfurter Wasserhäuschen vorbei und schaut Euch das Ganze an.

Außerdem haben wir noch eine nette Seite zum Phänomen „Wasserhäuschen“ gefunden.

Neue Reihe des Deutschen Architekturmuseums:
Stadtplus = THEMEN – GETRÄNKE – GEÖFFNET BIS ZEHN

STADTplus

Jeden 1. Mittwoch im Monat, 19 Uhr
1/2 Stunde Vortrag, Museum und Bar geöffnet bis 22 Uhr.
Eintritt 9 Euro mit Getränk.

2. März 2011
DIE STADT + DIE WASSERHÄUSCHEN
Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main
„Warum die Trinkhallen geliebt und bekämpft werden“
Ursula Neeb, Autorin historischer Kriminalromane

Weitere Termine und Themen in der Reihe Stadtplus:

6. April 2011
DIE STADT + DIE ABRISSBIRNE
Warum Frankfurt immer wieder neu gebaut wird
Martin Wentz, Planungs- und Baudezernent in Frankfurt (1989-2001)

4. Mai 2011
DIE STADT + DAS BAHNHOFSVIERTEL
Wie es sich zwischen Rotlicht und Blaulicht leben lässt
Gerald Hintze, Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche

1. Juni 2011
DIE STADT + DIE HOCHHÄUSER
Wie die Skyline nach Frankfurt kam
Yorck Förster, freier Kurator am DAM

Viel Spaß!

TS

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