Die Kriegerin

„Kraftvoll und beängstigend nah. Ein wichtiger Deutscher Film“, dieser Bewertung der FBW der Deutschen Film und Medienbewertung stimmen wir vollkommen zu. Alina Levshin hat uns dank David Wnendt im Kino in den Sessel gedrückt und wir sitzen dort noch lange nach dem Abspann.

Die Kriegerin - ab 19. Januar im Kino

Die Kriegerin - ab 19. Januar im Kino, Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Ascot Elite Filmverleih

Wir möchten eigentlich einen Schritt zurück machen, aber wir sind von Anfang an mittendrin. Mittendrin in einem brutal echten Film über eine junge Frau namens Marisa (Alina Levshin), die perspektivlos zu einer rechten Gruppe in ihrer trostlos grauen Heimat gehört und auch noch mit einem der „Rädelsführer“ namens Sandro (Gerdy Zint ) zusammen ist. Sie ist extrem aggressiv, trägt einen – für uns – unerklärlichen Hass in sich, den auch ihre Mutter zu spüren bekommt. Nicht einmal „Liebe machen“ scheint bei ihr etwas mit „Liebe“ – wie man sie gemeinhin versteht – zu tun zu haben.  Nur zu ihrem Opa scheint sie eine ganz andere, sogar liebevolle Verbindung zu haben – ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter. Da scheint alles kaputt.

Dann stößt plötzlich die junge, unschuldig scheinende Svenja (Jella Haase) zu der Gruppe hinzu. Anfänglich scheint sie „nur“ gegen ihr bürgerliches Elternhaus zu rebellieren, macht aber mit ihrer Art, Marisa rasend  und anscheinend irgendwie eifersüchtig. Sie behandelt das „junge Ding“ erstmal wie Luft, doch als sie merkt, dass es doch ernster ist, als nur eine kleine Revolution, stellt sie sie auf die Probe.

Marisa (Alina Levshin) weist Svenja (Jella Haase) in Ihre Schranken. © Ascot Elite Filmverleih / Alexander Janetzko

Marisa (Alina Levshin) weist Svenja (Jella Haase) in Ihre Schranken. © Ascot Elite Filmverleih / Alexander Janetzko

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als die rechte Truppe am See abhängt, meint auch noch ausgerechnet der junge Rasul (Sayed Ahmad Wasil Mrowat) – ein Flüchtlingsjunge aus Afghanistan – mit seinem großen Bruder an „Marisas See“ baden zu müssen. Das ist einfach zuviel. Wir sind bestürzt, was sich da vor unseren Augen abspielt und zu welcher Brutalität die junge Frau in der Lage ist.

Marisa (Alina Levshin) - Die Kriegerin. © Ascot Elite Filmverleih / Alexander Janetzko

Marisa (Alina Levshin). © Ascot Elite Filmverleih / Alexander Janetzko

Krass ist, dass dies nicht irgendeine Geschichte ist, die irgendwer – fernab der Realität – zusammen gesponnen hat. Regisseur David Wnendt hat all diese Aspekte bei seiner Recherche in Gesprächen mit jungen rechtsradikalen Frauen erfahren. Dafür hat er sich sogar auf einer Plattform bewegt, in der sich rechtsradikale kennen lernen und daten können. Ja, so etwas gibt es wirklich. Um möglichst viel authentisches aus der rechten Szene und dann auch noch von Frauen zu erfahren bedarf es einer extrem sensiblen Art, die Wnendt ganz offensichtlich hat, denn – so berichtete er auf dem Filmfest München – habe er beim ersten Kontakt direkt angesprochen, warum er sich mit den Frauen treffen möchte und was er vorhat. Natürlich haben sich nicht alle, aber doch einige bereit erklärt, sich mit ihm zu treffen und von sich zu erzählen. Das verblüfft uns. Einige, so Wnendt, waren dabei sogar sehr, sehr offen und haben vieles aus ihrem Leben erzählt. Bei anderen habe er erst bohren müssen.

Sicher fällt es ihm – genauso wie uns – noch immer schwer zu verstehen, wie man sich im hier und heute und mit all unserem Wissen über die Geschichte, dennoch und dann auch noch als junge Frau so entwickeln kann. Aber, durch diesen Film gelingt uns eine Annäherung an das Unverständliche.

Die Kriegerin läuft ab dem 19. Januar in den Deutschen Kinos und wir empfehlen Euch hineinzugehen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=MXYxa1FIayE[/youtube]

Quelle: Youtube (User: & kinoundco)

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