Die Eisläuferin wird verfilmt!

Im November 2011 im dtv-Verlag erschienen, wird „Die Eisläuferin“, ein satirischer Roman von Katahrina Münk, dem NDR nach, nun verfilmt. Die Dreharbeiten sollen im Mai beginnen, heißt es, und noch verrückter: Iris Berben soll die Hauptrolle spielen.

die_eislaeuferinIm Roman „Die Eisläuferin“ verliert die Regierungschefin einer westlichen Industrienation durch einen Unfall einer spontanen Inkognito-Reise ihr Gedächtnis. Von nun an geht es ihr so ein bißchen wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier…“, denn da sie sich an die letzten 20 Jahre nicht mehr erinnern kann, erfährt sie jeden Tag aufs Neue, Neues und dass sie das Land regieren muss. Jeden Morgen, wenn Sie aufwacht treibt sie das Gefühl an, sie wolle den „demokratischen Aufbruch“ der Wendezeit energievoll nach vorne zu bringen. Wunderbar, dass Ihr Mann, der „Herr Professor“ zu Ihr hält und schon mal so Sätze raushaut, wie: „Liebes, da ist übrigens etwas, das du wissen musst: Du bist Regierungschefin.“ Die Vertrauten und ihr Mann versuchen alles, damit die Öffentlichkeit nichts von den Erinnerungslücken erfährt. Deshalb führt sie ihr Mitarbeiter-Stab im Kanzleramt täglich neu in ihren Job ein – sie wird zu einer Marionette ihrer Regierungsberater.

Ähnlichkeiten mit der tatsächlichen Regierungschefin Angela Merkel und ihrem Mann Professor Joachim Sauer sind kein Zufall in Münk’s Buch. Viele kleine Eigenarten sind eindeutig ihnen zuzuordnen.

Was das Buch betrifft, so hat Katharina Münk es als eine Art Realsatire und in einem Tonfall erzählt, dass die Geschichte locker, lustig und mit vielen fiesen kleinen Anspielungen daher kommt. Natürlich ist „Die Eisläuferin“ aber auch eine Kritik an der aktuellen Politik und des Politikeralltags. Auch der Titel ist nicht zufällig gewählt, verbindet man mit einer Eisläuferin doch gemeinhin Pirouetten drehen, waghalsige Sprünge und läuft sie auf einem zugefrorenen See, schwingt auch immer ein bißchen die Angst mit, sie könne jeden Augenblick einbrechen, sofern sie sich auf dünnem Eis bewegt. Zudem weiß man von Frau Merkel, dass sie als Kind einmal eine große Eisläuferin werden wollte.

Nun heißt es aus dem NDR, dass man gemeinsam mit dem Studio Hamburg „Die Eisläuferin“ verfilmen möchte und in der Hauptrolle Iris Berben vorgesehen hat. Frau Berben wird sich sicher bereits durch unmengen an Bild- und Tonmaterial kämpfen, um ihrer Filmfigur leben einzuhauchen, denn die Dreharbeiten sollen bereits im Mai beginnen.

Wir sind entsetzt und gespannt zugleich, auf welche Weise der Film der Geschichte gerecht werden kann. Die Schauspieler werden eine schwere Aufgabe haben: Sie müssen uns unsere eigenen Bilder aus dem Kopf vertreiben, uns abholen und mit ihrem Spiel mitnehmen, uns fassen und fesseln.

Schauen wir mal.

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