Der Paternosterführerschein

Da schaut man Xtra3 im NDR und traut weder Augen noch Ohren, was in manchen Unis so abzugehen scheint. Soviel ist sicher, wenn es so ist, wie wir es glauben müssen, dann schreibt die Frankfurter Uni Geschichte mit einem neuen Zertifikat.

Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main hat seit dem Umzug ins ehemalige und geschichtsträchtige IG-Farben-Haus Paternosteraufzugsanlagen und zwar nach unserer Information die einzigen öffentlich zugänglichen in unserem Lande.
Ein Paternosteraufzug, oder Paternoster, ist ein Personen-Umlaufaufzug, bei dem Kabinen an zwei Ketten befestigt sind und im Umlaufbetrieb fahren.  Im Obersten Stockwerk angekommen, werden die Kabinen über Scheiben in den zweiten Schacht umgesetzt und laufen dann von oben nach unten, ein Kreislauf. Aus dieser Funktionsweise hat der Paternoster auch seinen Namen. Paternoster ist Latein und bedeutet auf deutsch: Vaterunser. Der Umlauf der Aufzugsanlage an den zwei Ketten erinnert an einen Rosenkranz aus der katholischen Kirche. Und an diesem Rosenkranz betet der Katholik bei jeder grösseren Kugel ein „Vaterunser“- ansonsten ein „Ave Maria“.

Der Glaube scheint zwar eine große Rolle zu spielen, die Sicherheit allerdings auch. Üblicherweise wird eine solche Paternosteranlage als ungefährlich eingestuft, nur an der Frankfurter Uni scheinbar nicht, denn die Uni könnte im geschichtsträchtigen Haus mit einer skurrilen Idee Geschichte schreiben.

Weil sich die Unfälle häuften wurden die Paternoster zuerst Anfang Mai stillgelegt. Eine „Gefährdungsbeurteilung“, so heißt es in einer Meldung des Allgemeinen Studentenausschusses der Uni Frankfurt, habe für diese Maßnahme gesorgt. Die Folge: die heutzutage üblichen, konventionellen Aufzüge, die als Alternative zu den historischen Paternostern fahren, waren so überfüllt und frequentiert, dass kaum mehr Barrierefreiheit gegeben war. Deshalb forderte der AstA in einer Meldung vom 01. Juni 2011, dass die Paternoster doch endlich wieder in Betrieb genommen würden.

NDR Xtra3 Paternosterführerschein an der Uni Frankfurt

NDR Xtra3 Paternosterführerschein an der Uni Frankfurt

Laut einem Bericht der Sendung Xtra3 laufen die Paternoster anscheinend wieder, aber es gilt einen Berechtigungsschein zur Nutzung der Aufzüge zu erlangen, den so genannten „Paternosterführerschein“. Dieses Dokument erhalten die Studenten beim Pförtner. Es enthält Verhaltens- und Nutzungsregeln, die es zu lesen und zu beachten gilt und die mit einer Unterschrift quittiert werden müssen. Dann wird noch ein Stempel darauf gesetzt. Fertig. Dann könne sich der Student zu den Kontrolleuren vor den Paternoster begeben, müsse seinen Schein vorzeigen und dürfe dann damit fahren.

Da sich der AstA der Uni Frankfurt bisher zu dem Bericht der Sendung Xtra3 nicht geäußert hat und auch sonst von keiner offiziellen Seite etwas darüber zu erfahren wahr, wollen wir hoffen, dass dieser „Paternosterführerschein“ eine Sommerloch-Ente war. Schaut Euch den Film in jedem Fall mal an. Das ist echt skurril.

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