Deine Isar – Kampf dem Müll

Den Isarvermüllern ist der Kampf angesagt. Feiern ja – Müll nein. Dreck liegen lassen ist uncooler denn je, darum kümmern sich die Isarfischer, Hartmut Keitel und die Stadt München nun zusammen mit der Kampagne „Deine Isar – geliebt, gelebt, geschunden“. Und wer noch immer nicht hören will, der kriegt einen Sack verpasst.

Keine Stadt hat eine solch weitläufige Oase, wie die Münchner mit ihrer Isar. Hier kommen alle hin:  Sonnenanbeter, Schattenhungrige, Griller, Rohkostler, Sportler, Faulenzer, Hunde, Katzen, Menschen aus München und Zugereiste – jedweden Alters…

Plakat gegen die Isarvermüllung von Keitel und Knoch Kommunikationsdesign

Plakat gegen die Isarvermüllung von Keitel und Knoch Kommunikationsdesign

Problem: Sie alle hinterlassen Müll und selten landet der auch in den bereitgestellten Tonnen. Das hat schon immer ein paar Isarliebhaber schwer geärgert. Aber dieses Jahr bekommen sie gehörig Unterstützung. Während die Isarfischer als Eigenbrödler noch bis letztes Jahr belächelt wurden, gehört es seit diesem Jahr für alle zum guten Ton auf ihren Strand zu achten. Wer nicht mitmacht ist schwer uncool. Das steht mal fest.

Zuerst kam die Grillpolizei, die darauf achtet, dass das Grillen ungefährlich und anständig abläuft – nämlich mit einem Grill, dessen Wanne mindestens 30 Zentimeter über dem Boden steht. So wird Flora und Fauna nicht zu viel zugemutet. Dann kamen die Bagger, denn die Stadt München investiert groß in die Renaturierungsmaßnahmen des Flusses und seiner Ufer. Danach kamen dann schon mal die Dixieklos, damit keiner mehr wild pinkeln musste und die Isarauen zur Kloake verkommen. Die Isarfischer waren einmal im Jahr unterwegs um Ihre Sportstätte von allem Unrat zu befreien und siehe da: endlich hat sie einer entdeckt: Hartmut Keitel. Auch ihn stört die Vermüllung der Isar über die Maßen und weil er nicht auf den Kopf gefallen ist, sondern in seiner Agentur für Kommunimationsdesign ständig frische Ideen produziert, hat er aus Wut eine Kampagne aufgezogen. Einfach so!

Geld hat er dafür keins bekommen. Erst später stieß die Stadt München dazu und unterstützt nun die gute Sache auch, Schirmherr wurde Oberbürgermeister Christian Ude. So ziehen sie seit diesem Jahr alle an einem Strang, die Isarfischer, der Herr Keitel, die Stadt München und nun hoffentlich auch alle, die an der Isar rumflacken, ob mit oder ohne Grill, ob mit oder ohne Bier, Wurst, Salat, und ob mit oder ohne Hund, Kind und Kegel und was sonst noch so ein „Silberrücken“ transportieren könnte.

Auf die Isar zu achten ist also cool, prägen wir uns das nochmal alle ein. Wer das nun immer noch nicht verstanden hat, die neu gestalteten Tonnen samt Flaggen und all die Plakate  übersieht, nicht weiß, was ein Dixieklo ist, oder was man damit macht, der sollte sich warm anziehen, denn der kriegt echt einen Sack verpasst. Ein Sack in Form eines frischen Müllbeutels für all seinen Unrat. Für eine Oase mitten in der Stadt – gegen den Müll und die Vermüller! Wenn jeder seinen Kram zusammenpackt und wegschmeisst, ist viel erreicht. Denn viele kleine Schritte von vielen Menschen…Ihr wisst!

Nicht kapiert? Hier gibt es nochmal einen Film

TS

(550 Posts)

3 thoughts on “Deine Isar – Kampf dem Müll

  1. US

    Das finde ich mal eine tolle Aktion, das könnte doch mal Nachahmer finden in anderen Städten.

    Man kann es nicht verstehen, wir haben schöne Plätze zum entspannen und verweilen. Man kann sein Essen und Trinken mitbringen, aber man hinterläßt einen Müllberg. Warum! Es wieder mit zu nehmen oder wenn Abfallbehälter aufgestellt sind, muss man es einfach nur hinein werfen,ist kein Aufwand und tut nicht weh!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. Bauer

    Der Beitrag in der heutigen SZ (Nr. 131 S. R3) trifft mit „ekelerregendes Niveau“ den Nagel auf den Kopf. Wir jedenfalls haben Spaziergänge in diesem Bereich gestrichen.
    Hochachtung vor der Initiative, aber wie will man dagegen wirken, dass die Prolos in der dunklen Nacht ihren Müll hinterlassen?
    Wenn die herumlaufenden Sicherheitsleute von jeder Grillgesellschaft ein „Beweissicherungsphoto“ machen würden, so entstünde vielleicht ein gewisser Druck zum Aufräumen.

  3. TV

    Ich denke auch, dass die einzige Möglichkeit ist, dass die Wachleute auch mal durchgreifen und nicht nur einen gemütlichen Spaziergang machen. Inzwischen wird ja großteils sogar schon wieder ein Lagerfeuer toleriert und das sollte ja eigentlich strengstens verboten sein an der Isar.

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