Das Züricher Kunsthaus von Chipperfield

Im November 2008 wurde entschieden, dass David Chipperfield Architects Berlin den Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthauses ausführt. Das Architektenteam konnte sich mit seinem Entwurf gegen 20 andere Teams – darunter Größen, wie Diener & Diener, Barkow Leibinger, oder auch Sauerbruch Hutton – durchsetzen. Der Gestaltungsplan liegt bereits zur öffentlichen Diskussion aus.

Chipperfield erweitert das Kunsthaus Zürich

So viel zur Geschichte

David Chipperfield Architects, Berlin realisieren nun zusammen mit den Landschaftsarchitekten Wirtz International aus Schoten in Belgien und der Ingenieurgruppe Bauen aus Berlin eine markante, aber dennoch zurückhaltende Form. Laut der Jury erfüllt der Entwurf des britischen Architekten David Chipperfield und seines Berliner Büroteams die inhaltlichen und städtebaulichen Vorgaben in herausragender Weise. Der puristische und elegante Bau scheine für die Besucher sehr gut zu funktionieren. Lediglich ein paar kleinere Änderungen gab es für den finalen Entwurf zur Realisierung noch. Offenheit, Lebendigkeit und mehr Grün wurden integriert.

So konnte es im Oktober 2009 dann zur Gründung einer Projektgesellschaft kommen, in der sich die Bauherren und Partner, die Stadt Zürich, die Zürcher Kunstgesellschaft (ZKG) und die Stiftung Zürcher Kunsthaus (SZK), zusammenfinden. Ab Frühjahr 2010 kümmerten sie sich um die nötige und sichere Finanzierung des anstehenden Projektes, sodass jetzt seit dem 10. November 2010 der Gestaltungsplan der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Ein bisschen ist es wie bei einer Heirat, denn wer irgendwelche Einwände oder Bedenken hat, möge sie jetzt äußern, oder für immer schweigen.

Mehr über die Gestalt des geplanten Baus

Das sanierte Kunsthaus und der Erweiterungsbau mit rund 15.000 qm geplanter, neuer Nutzfläche sollen Gemeinsamkeit ausstrahlen, aber auch unabhängig voneinander funktionieren. Besucher und Kunst stehen im Vordergrund. Und da gibt es auch in der Museumsgestaltung im Innenbereich einige Neuerungen: Längst wird nicht mehr nur rezipiert, was an Wänden hängt, oder auf Sockeln steht. Es wollen Verbindungen hergestellt werden, zwischen den einzelnen Gattungen und Epochen, zum Leben, zur Gesellschaft, zur Politik. Das Publikum forscht, vergleicht, will aufspüren und verstehen. Ein Raumkonzept muss dies hergeben können und flexibel sein. Beim Entwurf Chipperfields geht das eigentlich schon draußen vor dem Gebäude los und setzt sich im Foyer und in den Ausstellungsräumen fort. Es heisst also Öffnung nach Außen und Innen.

Zudem wird es für die Besucher angenehme Aufenthaltszonen geben, bessere sanitäre Anlagen und sogar Ateliers, um auch in Gruppenarbeit den Kunstwerken auf die Schliche zu kommen. Für die Senkung der Betriebskosten war es den Bauherren ebenfalls wichtig, die teuren externen Depots zu meiden. Ein Depot für Teile der Sammlung, die gerade nicht ausgestellt werden, soll wieder in den Bau integriert werden.

David Chipperfield Architekten möchten gerne Orte entwerfen – nicht einfach nur Gebäude. Sie nehmen dem Ort nichts, sondern fügen ihm behutsam etwas bei. Sie gehen auf den Geist des Ortes ein. Sie präsentieren sich ohne laut und bunt zu sein – aber manchmal eben auch mit großen Volumen…

Schaut es Euch einfach mal an, wenn Ihr in Zürich seid. Bis alles fertig ist, könnt Ihr ja schon mal ein paar Bilder zur Erweiterung bewundern.

TS

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