Chinesische Kunst in Kassel

Kaum ist die Documenta vorbei regt Kunst in der Stadt Kassel wieder die Gemüter. Ameisen aus Stahl krabbeln die Treppenstraße hinauf, soldatisch angeordnete und wie verbrannt scheinende Sonnenblumen sind zu sehen. Ein nackter Mann, anmutend wie ein Michelin-Männchen ist auf einer Leiter installiert und schaut durch ein Fenster in die neue Galerie hinein. Ein riesiger Transformer steht mitten auf der Treppenstraße.

Alles unter dem Himmel gehört allen - chinesisches Kulturprojekt in Kassel

Alles unter dem Himmel gehört allen – chinesisches Kulturprojekt im öffentlichen Raum in Kassel

Unter dem Motto: „Alles unter dem Himmel gehört allen“ haben 19 chinesische Künstler 20 Kunstwerke im öffentlichen Raum in Kassel im Rahmen des „Kulturjahr China in Deutschland 2012“ geschaffen. Das Problem: Aus Solidarität zum Künstler Ai Wei Wei haben viele Kasselaner schon bei der Eröffnung der Documenta gegen die Politik China’s protestiert. Der freidenkende Künstler ist der chinesischen Vorherrschaft ein Dorn im Auge, wurde inhaftiert, vermutlich gefoltert und versucht Mundtod zu machen. Durch die Proteste der Kasselaner verließ der chinesische Botschafter Shi Mingde die Eröffnung der Documenta.

Jetzt aber steht Kunst des Staates China im öffentlichen Raum in Kassel und einige Kasselaner
nehmen das Motto: „Alles unter dem Himmel gehört allen“ zum Anlass, weiterem Protest gegen die chinesische Politik Luft zu machen. Sie machen die Kunst kaputt. Die ausgestellten Kunstwerke seien kein Abbild freier Kunst aus China, sondern nur von solchen Künstlern, die das Wohlwollen des chinesischen Staates gefunden hätten.

Bis 18. Februar könnt Ihr Euch die Werke in Kassel noch anschauen. Anstatt sie zu zerstören könnte man viel eher mit smarter und freier Streetart, die keinem weh tut, seine Meinung zur chinesischen Politik darstellen, davon haben dann wirklich alle was. Wie wär’s?

Informationen zu den Werken und den Künstlern, die sie schufen sowie ihren Standorten findet Ihr auf der Kasseler Seite und auf dem eigenen Blog der Kulturaktion.

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