Chancen für die Stadtentwicklung

Egal ob IBA, Kulturhauptstadtjahr, Olympia, Expo oder Gartenschau. All diese Veranstaltungen helfen Städten sich ein neues Gesicht zuzulegen und Probleme anzugehen.

Chancen für die Stadtentwicklung

Das Ruhrgebiet ist 2010 Kulturhauptstadt, die Internationale Bauausstellung macht die ehemalige Bergbauregion zum Seenland, München will die olympischen Winterspiele 2018 und Heilbronn soll die Bundesgartenschau 2019 ausrichten. Aus der Vergangenheit lernen wir, das kann für sie Städte, ihre Stadtentwicklung und ihre Bürger Chancen und Risiken zugleich bergen.
Solche Aktionen werden nicht einfach so zum Erfolg.

Alle an einem Strang

Gute Vorbereitung ist alles und fragen kostet nichts. Planer und Entwickler sollten sich nicht ins stille Studierzimmer zurückziehen, sondern offen über ihre Überlegungen sprechen und sich von den Ideen der Bürger inspirieren lassen. Viele Beteiligte unter einen Hut oder auf einen nenner zu bringen ist keinesfalls einfach, wenn aber viele Aspekte und Szenarien betrachtet werden, können viele Fehler vermieden werden. Ziehen Alle an einem Strang, wird nachhaltig und vorausschauend geplant und realisiert, kann das Projekt gelingen und bleibt keine Eintagsfliege.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Projekte, wie eine Internationale Bauausstellung, IBA, oder Gartenschauen greifen in die Stadtentwicklung und damit sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Gegenwart und in die Zukunft einer Stadt, eines Lebensraumes ein. Darüber sollten sich alle Beteiligten bewusst sein. Imagepolitur auf Gedeih und Verderb, oder nur den wirtschaftlichen Faktor zu sehen, wäre falsch. Verwilderte ehemalige Gartenschau-Areale, um die sich keiner kümmert, wie in München, oder Frankfurt, oder leergefegte Ausstellungsareale, wie zum Beispiel das ehemalige Expogelände in Hannover braucht eine Stadt nicht. Auch nützen niemandem künstlerische Projekte, die keine Fortführung in der Zukunft mehr finden können. Warum zum Beispiel müssen die beliebten Kunstkioske nach dem Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet um ihre Existenz fürchten? In immer enger und immer größer werdenden Städten sind lebendige, vielfältige und ansprechende Lebensräume gefragt und benötigt, die der Stadt ein passendes und einzigartiges Gesicht geben.

Rahmenplan für die Zukunft

Grundbesitzer zu enteignen und Flächen danach brachliegen zu lassen, macht das Projekt im Sinne der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit nicht attraktiv. Wie man an den Vorbereitungen zur Bewerbung von München und Garmisch um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele sehen kann, fordern solche Vorhaben hitzige Debatten. Ein Rahmenplan, mit dem alle Beteiligten jetzt und auch morgen noch leben können soll dagegen in Heilbronn aufgestellt werden. Dort will keiner von den Bürgern von morgen hören, dass der Plan nicht aufgegangen ist. Also will der Rahmenplan für eine Bundesgartenschau 2019 wohl überlegt, aber niemals fertig sein. Leben, Arbeiten, Wohnen und Mobilität von morgen müssen– ausgehend vom Bestehenden und Vergangenen – in hohem Maße berücksichtigt werden und in der Zukunft immer wieder modifizierbar sein. So bieten die Projekte Chancen für die Stadtentwicklung.

TS

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