Besichtigt es, oder wir tragen es weg!

Auf zur Kultur!
Das Kolosseum in Rom hat zwei Schwachstellen. Der unterste Teil steht ständig unter Wasser und der oberste Teil ist Wind und Wetter ausgesetzt. Seit 1999 gilt es als Denkmal gegen die Todesstrafe. Gegen den Verfall hatten die Verantwortlichen des ministero per i beni culturali eine tolle Idee. „Besichtigt es, oder wir tragen es weg!“ Auf großen Plakaten und in Videos werden Römer, Italiener, Menschen aus aller Welt aufgefordert, das Kolosseum zu besuchen und einen Beitrag zur Sanierung des bekanntesten Bauwerks der Antike zu leisten.

„Se non lo visiti, lo portiamo via“ – Colosseo

Instandhaltung des Kolosseums kostet 23 Millionen
Eine Sanierung hat das Kolosseum dringend nötig, denn im untersten Teil steht es ständig unter Wasser. Im oberen Teil bröckelt der Putz. Die Welt online berichtet, dass sich durch die Umweltverschmutzung und Klimaveränderung das Kalziumkarbonat im antiken Mauerwerk in Kalziumsulfat verwandelt. 3,5 Millionen Besucher jährlich fördern durch ihren Ticketkauf die Sanierung. Doch für eine gründliche Instandsetzung des Kolosseums seien rund 23 Millionen Euro notwendig.

Die Stadt Rom kann solch hohe Kosten nicht finanzieren. Die Regierung alleine ebenfalls nicht. Deshalb werden nun Römer, Italiener und Menschen aus aller Welt aufgefordert, das Kolosseum zu besichtigen und damit einen Anteil zur Sanierung zu leisten.

Baukräne und Helikopter tragen Architektur und Kunst weg
Auf großen Plakaten prangt der Slogan:  „Se non lo visiti, lo portiamo via“, übersetzt heißt das so viel, wie: „Besichtigt es, oder wir tragen es weg!“.  Zu sehen ist das Kolosseum umzingelt von Baukränen. Sie bauen es ab, reißen es ein.

Auf Plakaten mit dem gleichen Slogan sind auch andere Werke zu sehen: Da wäre das Gemälde „Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci, oder auch Michelangelos David, die mit Hilfe von Helikoptern weggetragen werden könnten. Wenn die Italiener, die Römer und andere Menschen die Kunstwerke an Ort und Stelle halten wollen, ist es also wichtig sie zu besuchen. Nur so könnte alles bleiben, wo und wahrscheinlich auch wie es ist.

Auch wir raten: Auf zur Kultur! In diesem Falle gerne auch: Auf zur Baukultur!

Bilder der Kampagne sind bei La Repubblica Milano zu finden.

Mehr zur Kulturkampagne gibt es auch unter www.beniculturali.it

TS

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