Berliner Grips-Theater

Da brauchst du Köpfchen! Volker Ludwig wurde 1969 zum Pionier des aufgeklärten Kindertheaters. Er gründete 1972 das Grips. Ohne Hilfe und tatkräftige Unterstützung müsste er diese Berliner Institution jetzt schließen. Nun gibt es eine Petition für das Grips.

Grips Theater Berlin kämpft um eine Etaterhöhung

Grips Theater Berlin kämpft um eine Etaterhöhung, www.grips-theater.de

Volker Ludwig ist Eigentümer des Grips-Theater, das er 1972 gegründet hat. Seit Jahren leidet das Haus unter  finanziellen Problemen und das hat mehrer Gründe.

Der Berliner Kultursekretär André Schmitz wurde immer mehr zum Münz-Jongleur im dünnen Kulturetat. Was ist möglich wenn man arm aber sexy ist und nicht auch noch armselig werden will? Keine leichte Aufgabe.

Das Grips Theater für Kinder ist eine Berliner Institution und tourt mit seinen Stücken sogar um die Welt. Im Grips werden die kleinen Zuschauer, ihre Sorgen und Nöte, ihre wichtigsten Themen ernst genommen und behandelt. Kindgerecht verpackt werden zum Beispiel Verluste, Trennung, Schule, Fremde, Freunde und Feinde, Gesellschaft und Menschen und ihre Eigenheiten. Autoritäten werden in Frage gestellt. Oft stand das Grips auch deshalb für seine unkonventionelle, freigeistige Art bei Konservativen in der Kritik. So wurde Ludwig bereits zu Beginn, also Anfang der 1970er Jahre für seine antiautoritären, aufklärerischen Inszenierungen vorgeworfen ein „kommunistische Kinderverderber“ zu sein.

Theaterstücke für die Jugend kamen in den 1980er Jahren dazu. Auch für sie wurden Stücke geschrieben, die ihre brandaktuellen Themen beschäftigen, schließlich sind ja auch die ersten Gripsgänger inzwischen Jugendliche und sollten natürlich bleiben und weiterhin eine „Bühne“ bekommen.

Abends finden im Grips auch Vorstellungen für Erwachsene statt. Sie kamen Mitte der 1980er Jahre hinzu und seither wird  allzu oft heftig darüber gelacht, wenn man einen vorgeführt bekommt.

Karriereanfänge bekannter und beliebter Schauspieler, wie Dieter Landuris, Petra Zieser, Heinz Hoenig oder auch Axel Prahl und einiger mehr, gelangen auf der Bühne des Grips-Theaters.

Wie aber kommt ein solches Haus in finanzielle Schwierigkeiten? Nun, die meisten Vorstellungen, ob tagsüber, oder abends sind ausverkauft. Das Grips verbucht eine Auslastung von 80%. Das ist nicht schlecht, bedeutet jedoch gegenüber den Vorjahren ein Abstieg um beinahe 10 %. Hinzu kommt, dass die Miete in den letzten Jahren exponentiell hoch gestiegen ist. Vermieter des Grips ist Immobilienfonds Fundus und die wiederum, werden keinen Mietnachlass stemmen, da gerade erst das ihr Grand Hotel in Heiligendamm Insolvenz angemeldet hat. Auch die Betriebskosten, also Strom, Heizung, Gehälter, Honorare, Requisiten, Kostüm, Technik, alles wird teurer. Die Eintrittspreise können gerade im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters nicht gesteigert werden, da sonst noch mehr Zuschauer wegbleiben könnten. Die Karte kostet schon jetzt vier bis fünf Euro  – immerhin wenigstens noch weniger als eine Kinokarte.

Volker Ludwig und Intendant Stefan Fischer-Fels sagen, dass sie das Haus schließen müssen, wenn ihr Budget aus dem Berliner Kulturetat nicht erhöht wird. Es mangelt an mehr als 100.000 Euro pro Jahr. Besser noch wären 150.000 um einen weiteren Betrieb im heutigen Stil gewährleisten zu können. Berlin ist mit dem Kulturetat zwar nicht geizig, denn die Privattheater erhalten zum Beispiel eine halbe Million Euro mehr und auch der Etat der Kindertheater wurde erhöht, aber wohl nicht ausreichend.
Das Berliner Parlament wird am 4. Mai 2012 darüber entscheiden müssen, ob eine weitere Etataufstockung möglich ist.

Grips-Theater Berlin
Altonaer Str. 22
Berlin-Tiergarten.
www.grips-theater.de

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