BANFF Mountain Film Festival World Tour

Wir hatten die Gelegenheit bei der Premiere der BANFF Mountain Film Festival World Tour dabei zu sein und Jarem Frye und Craig DeMartino von den Gimp Monkeys zu interviewen, bevor wir uns alle Filme angeschaut haben.

BANFF Mountain Film Festival World Tour

www.banffmountainfilm.de

Unser Kultfetzen-Interview mit Jarem Frye und Craig DeMartino möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten. Vorher nur ein paar Worte zu den beiden. Craig und Jarem kletterten zusammen mit Pete Davis – dem dritten im Bunde der Gimp Monkeys – die Big Wall El Capitan im Yosemite National Park. Diese 1800 Meter hohe und wirklich nicht einfach zu kletternde Wand scheint für uns unüberwindbar. Die Gimp Monkeys setzen noch einen oben drauf. Sie meistern diese Herausforderung mit Handicap.

Kultfetzen#01 – The Gimp Monkeys from Kultfetzen on Vimeo.

Auf unsere Frage, wie es sich anfühlt mit ihrem Film zu ihrem Abenteuer an der Big Wall El Capitan im Yosemite National Park dabei zu sein, antworten beide unglaublich begeistert zu sein. Für sie hat sich ein großer Traum erfüllt und sie sind sehr stolz darauf. Wie Craig feststellt: Wir gehen einfach nur klettern und dann kriegst du durch diesen Film und dieses Festival ein unglaubliches Feedback von den Menschen, das macht richtig Spaß und es macht es besonders.

Natürlich ist es spannend zu erfahren, was ihr nächstes Projekt ist, doch da scheinen sie sich noch nicht ganz so einig zu sein. Craig schwebt eine feine Free Climbing Tour im Yosemite Valley und in Patagonia vor und wie uns Jarem wissen lässt, macht Craig die Pläne und die anderen kommen mit, denn so wissen wir aus ihrem Film: Craig ist der „Ghandi“ unter den Gimp Monkeys.

Für ihre nächsten Projekte entwickeln sie neue Tools. Jarem, bastelt gerade an einem neuen Knie. Er hat bereits eine Firma gegründet, die Sport-Prothesen herstellt, um alle Sportarten trotz Handicap bestens meistern zu können. Und er lässt uns mit einem Augenzwinkern wissen, das er gerade an einem Knie-Prototypen arbeitet, auf das wir mit unseren  „Normalo-Knien“ neidisch sein werden.

Craig hatte vor einigen Jahren sein Bein bei einem Kletterunfall verloren. Jarem hat den Knochenkrebs besiegt. Diese Schicksalsschläge haben beide sehr stark gemacht und ihre Familien natürlich auch. Auf die Frage, ob ihre Familien sich nicht große Sorgen machen, wenn sie tagelang in den Wänden hängen, lässt Jarem uns wissen, dass seine Frau ihn bei all seinen Projekten unterstützt und sehr, sehr stolz auf ihn ist. Natürlich ist sie aber auch wahnsinnig froh, wenn er wieder lebendig nach Hause kommt. Auch Craig’s Familie steht voll und ganz hinter ihm, denn nicht nur seine Frau – die er beim Klettern kennen lernte – auch seine Kinder sind Kletterer aus Leidenschaft – eine Abenteurerfamilie.  Craig ist es lieber, sagt er, wenn sie bei seinen großen Projekten nicht dabei sind, damit er konzentriert bleibt und sich nicht ablenken lässt. Aber natürlich machen sie auch einige kleinere Touren zusammen.

Die Message, die die beiden für alle die haben, die nicht wissen, wie sie den nächsten Schritt in ihrem Leben meistern sollen, sprudelt aus ihnen heraus: Entscheide dich jeden Tag bewußt weiter zu machen, deinen Weg weiterzugehen und dich nicht von Rückschlägen aufhalten zu lassen. Versuche immer positiv zu bleiben, denn am Ende ist es ein wundervolles Leben, egal wie du deinen Weg gehst. Es macht Spaß, es ist verrückt, es ist spannend, beängstigend und überwältigend. Jarem hält es für wichtig, aus einem Tiefpunkt heraus ein großes Projekt zu planen, das dich an deine Grenzen bringt, aber das du unter allen Umständen durchziehst. Denn wenn du es geschafft hast, so weiß er, sind alle anderen Probleme winzig und der Rest deines Lebens ein Kinderspiel.

Wir haben uns mit den beiden sympathischen Bigwallkletterern sehr gut unterhalten, sind echt begeistert von ihnen und sehr gespannt, was wir als Nächstes von ihnen sehen werden. Ihren Film „Gimp Monkeys“ solltet Ihr keineswegs verpassen!

Hauptfilm der BANFF Mountain Film Festival World Tour ist „Crossing the Ice“ und er begleitet die beiden wirklich sehr lebensfrohen Freunde Cas und Jonesy. Nach einer Tour durch das tasmanische Meer zwischen Australien und Neuseeland entschließen sich die beiden zum Südpol und zurück zu gehen und das , obwohl sie noch niemals in ihrem Leben auf Skiern unterwegs waren. Aber das kann man ja lernen, den Willen allerdings, den muss man haben. In ihrem Film „Crossing the ice“ erleben wir alle Höhen und Tiefen ihrer lebensgefährlichen Tour und freuen uns mit ihnen über die Bekanntschaft mit dem Norweger Aleksander Gamme, der die Tour doch glatt alleine durchzieht. Es überwiegt das australische Lebensgefühl am Ende der Welt. Sehenswert, aber bitte nicht nachahmen.

Ein weiteres Filmhighlight ist „Strength in Numbers“ – ein Film bei dem wir richtig Lust bekommen uns auf’s Rad zu setzen und es den Downhill- und Freestyle-Montainbikern gleich zu tun – wohl wissend, dass wir bei diesen Abfahrten wohl schreiend und kreischend an den Pedalen kleben würden. Atemberaubend. „Es geht nicht um den Trail“, sagt Freeride-Profi Wade Simmons, „sondern darum, wo der Trail ist.“ Und der kleine Ausflug zu ihrer „Urstrecke“ ist lustig, sentimental und schön. So mögen wir Outdoorfilme.

Schaut Euch die Beiträge zum Bigwall-Klettern mit Handicap, zum Canyoning, Mountainbiking, das Slacklinen in spektakulärer Kulisse und die anderen Wagnisse an, es sin die besten Outdoor- und Abenteuerdokus des Banff Mountain Film Festivals und die Tour kommt auch zu Euch!

Hier die Termine: www.banffmountainfilm.de/tickets/

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