BANDSCHEIBENVORFALL – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden

fb-veranstaltung_714x264Ingrid Lausund ist bekannt dafür, dass sie Stücke aus dem Leben schreibt. Die Aufgabe der Schauspieler unter Leitung ihres Regisseurs ist es, diese Stücke lebendig auf die Bühne zu bringen, uns mitlachen und mitleiden zu lassen. Den frisch gebackenen Nachwuchsschauspielern – allesamt Absolventen der dreijährigen Schauspielausbildung der mfa – gelingt dies ganz wunderbar mit dem Stück Bandscheibenvorfall – ein Abend für Leute mit Haltungsschäden.

Jeder, der schon mal in irgendeinem Büro gearbeitet hat – egal wo, egal in welcher Branche – kann sich und seine Kollegen in Kruse, Schmidt, Kretzky, Hufschmidt und Kristensen erkennen.

Kleine Hiebe, Konkurrenzkämpfe, Missgunst, Neid, Hass, unglückliche Liebe -Mittel und Wege, die wir leider überall vorfinden oder selbst praktizieren. Denn jeder kämpft, um einen Platz in der Arbeitswelt, will irgendwie weiterkommen, nach oben, oder ganz einfach nur sicher überleben. Und schon geht es los:
Wir starten mit einem gelogen freundlichen „Guten Morgen!“, dass wir den Kollegen entgegen schmettern in den Tag. Oh, da hat einer versehentlich sein Gesicht verkehrt herum aufgesetzt und der nächste hat sich ein neues Witzebuch gekauft. Haha!

Weiter geht es auf der Agenda damit, sich zu „freuen“ – „ich kotz gleich; ich hab schon gekotzt“ – mit dem „sympathischen“ Kollegen an einem neuen Projekt gemeinsam arbeiten zu müssen, äh, Verzeihung, zu DÜRFEN. Und andererseits, von einem wirklich sympathischen Kollegen andauernd übersehen wird, obwohl man vielleicht gerade zu diesem mehr Nähe hätte haben wollen. Aber dieser eben nur mit sich und seinem eigenen Weiterkommen beschäftigt ist. Er hat was gedreht, ja, er dreht den 6 Uhr Termin und checkt es nicht. Was bleibt, ist Enttäuschung und die Frage: Wie sieht die 12 aus?!

Wenn Herr „Benutzeroberfläche Spießer“-Kruse sich eine Ohrfeige nach der anderen vom Player-Hufschmidt einfangen muss, ohne dass der auch nur den Hauch eines schlechten Gewissens verspürt, so möchten wir bei jedem einzelnen Händezucken gerne rufen: So geht`s wirklich nicht! Aber wir trauen uns nicht, genauso wie die Kollegen.  Peinliches Stillschweigen im Mediationsmeeting. Dabei möchte man es doch eigentlich allen sagen: „Ich bin kaputt und möchte nicht mehr repariert werden…ja, so hat sich jeder schon mal gefühlt, aber wer hat es zugegeben? Stattdessen, machen wir uns – für den Weg nach oben – vor dem Chef, ja sogar vor den Kollegen, zum Kasper…
Dass Kretzky im Schrank nicht mehr ein noch aus weiß, wundert uns keineswegs – Er spricht uns aus der Seele!

Und als dann auch noch Kristensen aus einem vermeintlich guten Gespräch mit dem Chef kommt, hält es uns kaum mehr auf den Sitzen.

Nicht mit UNS! Erst die stillschweigende Einigkeit über die unfassbar unmögliche und unmenschliche Situation gibt ihnen den Mut sich aufzulehnen, etwas verändern zu wollen. Jeder tut dies auf seine Weise.

Zurecht fragt Kretzky: wann hat das angefangen? Wann hat all das angefangen?

Geht hin und schaut Euch das an! Nehmt Euch am besten gleich auch Eure Kollegen mit. Der Bandscheibenvorfall ist wirklich ein sehr unterhaltsamer Abend, den man erlebt haben muss!

Sechs Vorstellungen gab es schon, die komplett ausgebucht waren. Wegen der grossen Nachfrage gibt es nun noch zwei Zusatzvorstellungen. Ihr werdet bestens unterhalten sein.

Termine 6. und 7. Februar 2015
Werkstattbühne der mfa
Oberweg 6
82008 Unterhaching

Kartenreservierung unbedingt tätigen unter: info@muenchen-film-akademie.de

Probe

Martin Ottl, Christina Schwab, Victoria Rehm, Jonas Brachmann und Andreas Karl Wilke (v.l.n.r.) reissen Ihr Publikum in „Bandscheibenvorfall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“ in jedem Fall mit. Wunderbar! BILD: LOU BINDER, 2014

 

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