Also, ich könnt schon wieder…!

Feuchte Frösche ist ein Film von Lou Binder und der Abschlußklasse der München Film Akademie. Am vergangenen Donnerstag war Premiere und Zeugnisvergabe zugleich. Wer groß herauskommen will, muss hart arbeiten aber – wie zu sehen war – lohnt es sich.

Mit ihrem ersten Film, brauchen sich die Nachwuchsschauspieler der München Film Akademie nicht zu verstecken. Zwei Jahre lang hatten sie Schauspielunterricht, Gesang und Tanz gelernt und ihre Stimmen gebildet. Im Film konnten sie mit all ihrem Talent und dem Erlernten in die Vollen gehen.

Feuchte Frösche ist ein turbulentes Spiel um Ehrlichkeit, um Freundschaft, um das Erwachsen werden, um Anfang und Abschied, Liebe und Hass und den Weg, den jeder für sich finden muss. Keine Tragödie, sondern ein Drama, aber nicht ohne Augenzwinkern.

Feuchte Frösche

Feuchte Frösche Setfotos von Alain Courtois, www.alaincourtois.com

Und hier der Plot:
Janina (Dana Reinhardt) und Nico (Rocco Stark) werden heiraten. Die Hochzeit soll in Frankreich stattfinden, mit all ihren Freunden von einst. Der künftige Ehemann hat jedoch ein Problem, er kann die Finger einfach nicht von anderen Frauen lassen und kann eigentlich immer. Auch die Braut bekommt ein Problem: Sie verliert das gemeinsame Kind, behält dies aber zunächst als Geheimnis für sich und hat schwer damit zu kämpfen. Doch eigentlich soll sie doch „den schönsten Tag“ im Leben feiern. Braut und Bräutigam durchleben also kurz vor ihrer Hochzeit eine Zeit voller schwieriger Entscheidungen, enttäuschten Träumen und furchtbaren Nöten – doch ist es das Wert?

Max (Chami Perera), der Trauzeuge kommt aus Indonesien angeflogen, wo er einige Zeit in einem Kloster verbracht hatte – nicht ohne Grund. Ein bisschen Vollmond-Meditation hier und etwas Energiefluß dort, können nicht über die Wahrheit hinwegtäuschen. Ihr werdet es sehen.

Die Trauzeugin Sabrina (Isabell Spitzner) ist längst schon vor Ort und schwer in die Hochzeitsorganisation vertieft. Sie gibt sich wahnsinnig Mühe, denn sie hat wirklich etwas gut zu machen. Was, wird erstmal nicht verraten. Hilfe bekommt sie von Uschi (Raluka Roman) – einer tollpatschigen, liebenswerten, Chaos-Queen.

Auch auf den Weg nach Frankreich machen sich der an der Rollstuhl gefesselte, egomane Jungschriftsteller André (Julian Meyer-Borchert), der anscheinend eine tief greifende Schreibblockade hat und seine Schwester Isabel (Nadine Knobloch) – die sich über die Maßen aufopfert fast ihre eigenen  Träume vergisst. Schütteln möchte man sie.

Susanna (Carolina Thiele) macht sich mit ihrem schwer kranken und auch etwas älteren Mann Robert (Stefan Krischke) auf die Reise. Dank seines Vermögens, führt sie zwar kein schlechtes Leben, doch glücklich scheint sie nicht. Alles ist etwas übertrieben, nur der Herzinfart des Gatten auf der Fete vor dem Fest, der scheint echt – oder schockierend wahr.

Leo (Andreas Kumpf) hat extra ein Mädel aufgerissen, um vor seiner Ex-Freundin auf der Hochzeit bestbesser dazustehen. Das bei einem solchen Vorhaben aber keine Frau wissentlich mitmachen will, ist klar. Also gibt sie Fersengeld und Leo trampt erstmal  alleine Richtung Frankreich. An einer Tankstelle trifft er auf Esther (Alexandra Haasbach), die ihre Schwester – oder vielmehr die Asche ihrer Schwester – ins Meer streuen muss. Das hat sie jedenfalls ihrer Freundin Mona (Birte Hanusrichter) versprochen. Esther lässt sich auf Leos Spiel ein, macht sich dann allerdings selbständig – mit krassen Folgen für das Brautpaar!

Jenny (Sigrun De Leyra), die Freundin von Leo, verschweigt den Freunden, dass sie sich zu ihrer Freundin Eva (Josefine Ewald) hingezogen fühlt. Zuerst hatte sie versucht, gar nicht erst auf die Hochzeit zu fahren, um einem Outing aus dem Weg zu gehen. Eva konnte sie jedoch überreden und verlangt, dass Jenny sich vor den anderen zu ihr zu bekennen.

Max, der Trauzeuge lädt als Überraschung für die Hochzeitsfeier noch Viola (Valentina Fabi), eine Chakra-Tänzerin, ein. Die ist aber eigentlich auf dem besten Wege Jungschriftstellerin zu werden und bittet André um Tipps. Der gibt Ihr zwar zunächst auch gute Ratschläge, will dann aber mehr.

Ihr seht, es entsteht ein ziemliches Chaos und ein stetiges Up and Down der Gefühle. Es werden Kämpfe ausgefochten, geweint und gelacht und nicht nur die Liebe verschwiegen. Immer wieder fragen wir uns: Ist es das alles wert?

Ja, das ist es wert!

Wir wünschen den Nachwuchsschauspielern viel Erfolg und viele weitere, spannende Drehbücher!

TS

(550 Posts)

2 thoughts on “Also, ich könnt schon wieder…!

  1. TV

    Ein sehr schöner Film…ich konnte ihn bei der Premiere auch schon sehen und ich glaube den wird es bald auch irgendwo im Kino oder im TV noch zu sehen geben. Wartet mal ab…

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