Advent, Advent ein Lichtlein brennt

Es ist soweit! Wir warten wieder ganz offiziell und offensichtlich auf den Heiligen Abend und alles, was damit zusammenhängt.

Laute Nacht, teuflische Nacht, alles rennt, alles blafft. Es ist doch alles kaum zu glauben: In einer Welt in der die Menschen mies miteinander umgehen, nicht zueinander stehen, nicht füreinander da sind, sich viele Einzelne um sich ganz alleine drehen, da sollen wir glaubhaft das Fest der Liebe und Familie feiern?

Ja. Nein, JA BITTE!

Die Familie kommt zusammen, sitzt an einem Tisch in einem Haus redet über dies und das, beteiligt sich am Leben und den Gedanken der anderen und irgendwann ist Bescherung. Bei einer schönen Bescherung merken die Beschenkten, dass sich ein anderer Gedanken um sie gemacht hat und weiß: Ich bin nicht allein. Ich habe jemanden an meiner Seite stehen. Bestenfalls denkt die Familie auch an andere, denen es schlechter geht und die vielleicht ungewollt alleine sind. Manch einer – vorwiegend Christen – gehen an Weihnachten gerne in eine Christmesse, um die Atmosphäre aufzusaugen und den Glauben zu leben. Zufriedenheit ist hier ganz wichtig.

Kommerzwahnsinn, Hektik und Stress und lästige Feiertage machen garstige Menschen noch aggressiver, als sie ohnehin schon sind. Wäre es nicht besser sie blieben einfach in ihrem Büro oder ihrer Studierstube, nutzten die Zeit, in der sich garantiert keiner per Mail oder telefonisch meldet und irgendwas möchte und lässt alle anderen das machen lassen, was ihnen gut tut – wenigstens einmal im Jahr? Schließlich ist es das Fest der Liebe und da gehört die Nächstenliebe an erster Stelle dazu. Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu, müssten sie sich selbst einmal sagen.

Advent, Advent ein Lichtlein brennt

Heute ist der erste Advent und das bedeutet, wir warten wieder ganz offiziell und ganz offensichtlich auf Weihnachten. Jeden Sonntag zünden wir eine Kerze an – bitte keinen Kollegen. Wir können jeden Tag ein Türchen aufmachen und im Büro auch anderen mal eine Türe aufhalten, anstatt ihnen Türen vor der Nase zuzuschlagen. Wir könnten uns jedesmal über das Türen öffnen, oder aufhalten freuen. Gibt es keine Türchen zu öffnen, dann sollten wir wenigstens jeden Tag versuchen ein Herz zu öffnen, einfach indem wir Lächeln und es ehrlich meinen – nicht wie ein Chirurg. Das kostet nicht mal was. Wir könnten alle Hektik, den ganzen Stress und Kommerzwahnsinn vor der Tür lassen uns zurücklehnen und über andere nachdenken. Vielleicht schaffen wir es sogar, uns in ihre Lage zu versetzen und für ein paar Momente nicht nur an das eigene Wohl zu denken. Schließlich wäre eine schöne Bescherung doch viel schöner, als noch mehr Sorgen, Nöte, Ängste und nochmehr Einsamkeit…

Jeden kommenden Sonntag können wir uns also selbst beim Anzünden der nächsten Kerze (!) daran erinnern, dass wir ja ureigentlich auch gemocht werden wollen und ungern einsam sind und deshalb niemandem etwas antun, was wir selbst nicht angetan bekommen möchten.

Advent, Advent ein Lichtlein brennt.

TS

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