50er Jahre Architektur – reloaded

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin wurde eine neue Grundschule erbaut und zugleich dafür eine Sporthalle aus den 50er Jahren erhalten und saniert. Nicht immer übersteht ein Bau der 50er Jahre eine Sanierung so gut, wie es hier geschah. Verantwortlich sind  ludloff + ludloff Architekten, die scheinbar angstfrei, diese Aufgabe wunderbar anschaulich gemeistert haben.

Bei dem Stichwort „Schulbau“  ergreifen viele Architekten die Flucht. So viele Vorschriften, Richtlinien und Auflagen, so viel Bürokratie sind für die meisten Architekten und Gestalter ein Grauen. Doch ludloff + ludloff Architekten haben sich mit viel Einsatz, Neugier und vielleicht mit ein paar „Angstfrei-Pillen“ dem Projekt für die Sanierung der Sporthalle für die Grundschule am Tempelhofer Feld gestellt und sie wirklich anschaulich gemeistert.

Das Sanierungspaket, dass sie und die verantwortlichen der Stadt schnürten beinhaltet: ein integratives Haustechnikkonzept, die aktuelle EnEv um 20% nach Möglichkeit unterschreiten, eine sinnvolle und nachhaltige Lüftungs- und Heizungsanlage zu integrieren, Kabinen, Duschen, Lagerräume, alle Außenanlagen und die Hauptsporthalle ins 21. Jahrhundert zu führen und dabei den “leichten” Charakter des 50er Jahren Gebäudes sichtbar zu lassen.

Sporthalle am Tempelhofer Feld Berlin, Ludloff+Ludloff Architekten

Sporthalle am Tempelhofer Feld Berlin, Ludloff+Ludloff Architekten, www.ludloffludloff.de

Bis auf den Rohbau hat das Architektenteam die Halle entkleidet. Dann haben sie nicht zwingend nötige Wände entfernt, um ein offeneres und zeitgemäßes Raumvolumen zu bekommen. Hallendecke und Boden wurden isoliert, denn die Fassaden an den Stirnseiten in Ziegelbauweise sollten unverändert bleiben. Ein besonderer Hingucker ist der Baldachin aus leicht transparentem Glasfasergewebe, hinter dem Leitungen, Kabel, Licht, Brandmelder und Schallschlucker verschwinden. Der schicke Baldachin schwingt sich bis zur großen Glasfassade, die an der Westseite über die volle Gebäudehöhe Licht, Durchblick und frischen Wind in die Halle bringt. Nachträgliche Anbauten sind zugunsten einer Aufwertung der Außenanlagen verschwunden.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden für Sanierung und Umbau nur nachwachsende Rohstoffe und recyceltes, oder recyclefähiges Material verwendet. Außerdem haben die Architekten Solarkollektoren und eine Wasseraufbereitungsanlage sowie eine ausgeklügelte Belüftung eingebaut und konnten damit den Einsatz fossiler Brennstoffe nahezu verhindern.

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