1000 Türen

In Seoul steht ein Gebäude, dass durch seine Recycling-Fassade alle Blicke auf sich zieht.

Der koreanische Architekt, Künstler und Gestalter Choi Jeong-Hwa hatte eine spannende Idee für ein anscheinend zuvor langweiliges zehnstöckiges Gebäude in Seoul. Er brachte auf einer vorgebauten Metallkonstruktion eine Fassade aus 1000 alten Türen an. In vielen verschiedenen Farben und Formen schließen sie aneinander an, lassen Einblicke und Ausblicke zu, oder bleiben verschlossen.

Es lohnt sich stehen zu bleiben und das Werk zu bestaunen, steht doch die Tür für Einlass und Ausschluss, oder das Eindringen in einen neuen Bereich und damit das Verlassen eines alten. Die Tür an sich kann auch für das Wechseln des Seins-Zustand stehen. In jedem Fall aber birgt jede Tür für uns, eine bewusste oder unbewusste Entscheidung zu treffen, hindurchzugehen. Sie ist Zeichen für Heim und Haus, für Privatsphäre und Öffentlichkeit und vieles mehr.

Deshalb wird die Tür auch oft als Metapher, als Zeichen zitiert und schon Goethe erklärte: „Ein jeder kehre vor seiner Tür, ~ Und rein ist jedes Stadtquartier. ~ Und jeder übe sein Lektion, ~ So wird es gut im Rate stohn.“. Es gibt zahllose Redewendungen, die wir im Alltag benutzen, wie „Tür und Tor stehen offen“, „zwischen Tür und Angel“, „geht die eine Tür zu, öffnet sich eine andere“ und viele mehr.

Sicher ist: Choi Jeong-Hwa hat mit seiner Idee eine Fassade aus alten Türen zu kreieren, das Gebäude zu einem öffentlichen Kunstprojekt gemacht, das verweilen lässt.

(550 Posts)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.